Wernigerode l Fehlendes Fördergeld, steigende Betriebskosten, drohender Baustopp – die schlechten Nachrichten um die Feuerstein-Arena in Schierke reißen nicht ab. Nun der nächste Hammer: Sollte die Stadt die Eisarena wegen finanzieller Probleme nicht fertig stellen können, droht ihr ein Millionenverlust. Das bereits ausgezahlte Fördergeld für das 8,445 Millionen-Euro-Projekt würde vom Land zurückgefordert werden, informiert Peter Mennicke, Sprecher des Landesbauministeriums, auf Volksstimme-Nachfrage.

Darüber hat Christian Fischer die Mitglieder des Bauausschusses am Montag in Kenntnis gesetzt. „5,15 Millionen Euro wurden aus dem Programm ‚Stadtumbau Ost‘ bewilligt, über vier Millionen sind bereits kassenwirksam geflossen“, so der Sozialdezernent in Vertretung von Baudezernent Burkhard Rudo. Sinn und Zweck der Förderung sei eine vollfunktionsfähige ganzjährig nutzbare Arena. „Eine zu 90 Prozent fertiggestellt Arena ist nicht nutzbar und nicht im Sinne des Fördermittelgebers.“

Widerspruch möglich

Die Finanzierung des Arena-Baus war Mitte Juli in Schieflage geraten, weil das Land den Förderhahn zugedreht hat. Der Lösungsvorschlag der Verwaltung: Da das eingeplante Geld für das neue Feuerwehr-Domizil in Schierke in 2017 nicht vollständig ausgegeben werden kann, könnten 480.000 Euro für die Arena abgezwackt werden. Die Mitglieder des Finanzausschusses stimmten jedoch gegen die Umschichtung.

Sollte der Stadtrat am 24. August genauso abstimmen, könnte der Oberbürgermeister Widerspruch gegen den Beschluss einlegen, informierte Fischer. „Um Schaden von der Stadt abzuwenden.“

Ernsthafte Zwickmühle

Die Mitglieder des Bauausschusses votierten mehrheitlich für die Umschichtung im Haushalt und für den Weiterbau. Doch die Entscheidung fiel nicht leicht. Der „Webel-Knebel“ bringe ihn in eine „ernsthafte Zwickmühle“, sagte Frank Diesener (CDU) in Anspielung auf Minister Thomas Webel. Christian Härtel (Linke) wolle Verwaltung und Land die Rote Karte zeigen. „Als Stadträte müssen wir auch Bürger vertreten, die die Entwicklung in Schierke kritisch sehen“, begründete er sein Nein. Matthias Winkelmann (CDU) zeigte sich zwiegespalten und wolle kritisch hinterfragen. „Aber wir können die Arena nicht fallen lassen. Wir müssen sie zu Ende bauen.“ Dafür sprach sich auch Martina Tschäpe (SPD) aus – „trotz großer Bauchschmerzen“. Tina Sasse (Bündnis 90/Grüne) fehlen die „transparente Aufarbeitung“ und die Konsequenzen für die „Fehleinschätzungen“ beim Bau.

Dezernent Fischer kündigte daraufhin eine Auswertung mit der Bauleitung und dem Architekturbüro nach Abschluss der Arbeiten an. Er setze dabei auch auf die angekündigte Prüfung durch das Land. „Wenn sie negativ ausfällt, werden wir Konsequenzen ziehen.“