Elend l Zur Gründungsversammlung des Fördervereins begrüßten die Initiatoren rund 40 interessierte Bürgerinnen und Bürger. Mit etwa 100 Interessenten hatten Attila Projahn und die anderen Mitstreiter im Vorfeld eigentlich gerechnet. Die Kirche war wegen des zu erwarteten Andrangs extra aufgestuhlt worden.

Ob die schwülwarme Witterung schuld daran war, dass es deutlich weniger wurden, blieb an diesem Abend ungeklärt. „Wir haben uns natürlich schon ein bisschen mehr erhofft, der Anfang ist aber gemacht. Die Zahl der Mitglieder reicht aus, um den Verein als gegründet zu erklären. Nur das zählt“, erklärte Projahn.

Vorstand

An der Spitze des Fördervereins stehen neben dem designierten Vorsitzenden Dr. Ulrich Förster auch Isolde Hiller und Holger Launitz. Wenn die protokollarischen Dinge beim Notar geregelt und die Gemeinnützigkeit des „Rettung kleinste Holzkirche Deutschland in Elend e. V.“ lautenden Vereins eingetragen seien, werde es gleich in die Vollen gehen. Man wolle möglichst schnell beginnen, mittels verschiedener Aktionen, Veranstaltungen und Konzerte Spendengelder zu sammeln. Der Verein hat also Großes vor. Angezapft werden sollen darüber hinaus auch verschiedene Fördertöpfe, so Projahn.

Bilder

Der für das Gotteshaus zuständige Pfarrer Ernst Ulrich Wachter erläuterte, wofür das Geld konkret genutzt werden könnte. „Der Sanierungsbedarf ist nicht unerheblich. Wir haben Schäden an der elektrischen Fußbodenheizung, die wohl auf eingedrungenes Wasser und die dadurch bedingte anhaltende Feuchtigkeit zurückzuführen sind. Am Turm gibt es zudem Braunfäule, Pilzbefall. Wahrscheinlich ist auch der Schwamm drin. Fest steht, der gesamte Belag muss runter. Der Farbanstrich, der 2007 aufgebracht worden ist, war nicht optimal und blättert schon wieder ab.“ Zunächst stehe aber erst einmal die Ermittlung der exakten Schäden an. Schon am 27. Juni sei die erste Runde mit Experten der Denkmalpflege und des Denkmalschutzes anberaumt. Die genaue Schadenssumme soll bis Ende diesen Jahres ermittelt werden. Die Kirchgemeinde wolle die Elender nach Kräften unterstützen. Es sei schön, so Wachter, dass die Menschen hier etwas für den Erhalt dieser schönen Kirche tun wollen.

Toilette

Wichtig sei, dass man in diesem Zuge aber auch über andere wichtige Dinge nachdenke. So regte Wachter an, im Zuge der Sanierungen vielleicht auch eine öffentliche Toilette anzubauen. Das sei vor dem Hintergrund der vielen Veranstaltungen, die auf der Kirchwiese vor der Kirche alljährlich stattfänden, nicht die schlechteste Idee. Und auch die Öffnung des Gotteshauses als Radfahrer-Rastplatz sei zu überdenken.

Nur aus Kirchenbeiträgen und Spenden allein lässt sich auch dieses Vorhaben nicht stemmen. Fördergelder seien notwendig, entsprechende Anträge müssten gestellt werden. Aber richtig, denn dabei gebe es einige Dinge zu beachten, gab Reiner Hochapfel zu bedenken.

Leader-Mittel

Der Vorsitzende der Leader-Aktionsgruppe Harz – kurz LAG – betonte, dass Projekte eine Förderung erhalten könnten, wenn diese die Umsetzung der lokalen Entwicklungsstrategie unterstützten. Auf der Grundlage festgeschriebener Auswahlkriterien bewerte die Lokale Aktionsgruppe alle Projektanträge, die an sie herangetragen würden und erstelle daraus eine jährliche Prioritätenliste. Ein Platz auf dieser Prioritätenliste sei zwingend die Voraussetzung, um eine Förderung über Leader zu erhalten. Ein Anspruch auf eine Förderung bestehe allerdings nicht, so Hochapfel.

Viel zu tun also für den jungen Verein, der mit großen Zielen sein Wahrzeichen in der Ortsmitte erhalten und vor dem weiterem Verfall bewahren will. Abgewartet werden müsse nun die erste Bauberatung Ende dieses Monats. „Dann erst können wir konkret entscheiden, wie es weiter geht“, so Pfarrer Ernst Ulrich Wachter.