Schierke/Wernigerode l Die Eisfläche ist abgetaut. Die Pforten sind geschlossen. In wenigen Tagen wird Schierkes Feuerstein-Arena wieder Baustelle. Was dann passiert, ändert die Optik des markanten Bauwerks radikal – zumindest für einige Tage. Die geschwungene Dachkonstruktion wird von ihrer weißen Haut befreit. Die Arena ist damit kurzzeitig „oben ohne“.

Notwendig sind die Arbeiten, weil sich Fabrikationsprobleme an der Kunststoffmembran zeigten. Und das bereits kurz nach der Eröffnung der neun Millionen Euro teuren Freizeitstätte im Dezember 2017. In der Membran, die über das tonnenschwere Stahlkonstrukt gespannt ist, hatten sich Beulen gebildet. Was es noch schlimmer machte: Mit der Zeit sammelte sich dort Schmutzwasser. Mit Spanngurten wird deshalb seither versucht, die Kunststoff-Schicht von unten zu stabilisieren. Gelöst ist das Problem damit nicht. Vom optischen Makel ganz zu schweigen.

Damit soll nun Schluss sein. Wie aus dem Rathaus zu erfahren ist, ist in den vergangenen Tagen Baufreiheit in der Arena geschaffen worden. Anfang Mai rücken die Mitarbeiter der Fachfirma an. Zunächst muss die Kunststoffhaut von den Knotenpunkten des Stahlnetzes gelöst werden. Für den 15. Mai wird der Kran erwartet, der die neue Membran auf das Dach heben soll.

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Kran hebt Membran

„Für die ausführende Firma wird es eine besondere Herausforderung sein, den Schwerlast-Kran perfekt zu positionieren“, so Rathaussprecherin Winnie Zagrodnik auf Volksstimme-Nachfrage. Denn der Kran könne nur in sehr eingeschränkten Bereichen stehen. „Weder auf der Eisfläche noch in der Nähe der Ufermauern dürfen große Lasten aufgebracht werden.“ Die Straße entlang der Kalten Bode werde dafür ein oder zwei Tage gesperrt, kündigt die Sprecherin an. Für die Stadt Wernigerode entstehen dabei keine Kosten. Es handele sich bei den Arbeiten um eine Gewährleistung, so Zagrodnik.

Indes haben die Arena-Mitarbeiter die Mitte März durch die Corona-Krise jäh zu Ende gegangene Wintersaison ausgewertet. „Zwei Wochen früher als geplant“, sagt Arena-Chef Andreas Meling im Volksstimme-Gespräch. „Trotzdem hatten wir mit etwa 27 364 zahlenden Besuchern eine konstante Winterauslastung.“ Das Ergebnis liegt in etwa bei dem der Saison 2018/19. „Da waren es 27 711 Gäste, wir hatten aber drei Wochen mehr geöffnet.“ Renner seien wie in der vergangenen Saison die Eisdiskos gewesen. Auch die Eislaufkurse mit zwei Jugendtrainern vom ESV Schierke seien gut gebucht gewesen.

„Höhepunkt waren für uns die Schierker Wintersportwochen im Februar“, bilanziert der Arena-Chef. Außerdem habe er festgestellt, dass das Interesse von Schulklassen gestiegen sei. „Ebenso wie von Firmen gebuchtes Eisstockschießen. Darauf lässt sich aufbauen.“

272 Tage geöffnet

Für das gesamte Jahr 2019 seien laut Meling fast 37.000 zahlende Besucher registriert worden. Zwar liegt das Ergebnis unter dem von 2018 mit etwa 40.600 Gästen. „Allerdings hatte die Arena 2018 mit 272 Tagen deutlich länger geöffnet als mit 202 Tagen im Jahr darauf.“ Setzt man die Öffnungstage mit den Besuchern ins Verhältnis, ergibt sich folgendes Bild: „2019 hatten wir im Schnitt 297 Besucher pro Tag“, rechnet Meling vor. 23 Gäste pro Tag mehr als 2018. Auch die Einnahmen seien von 314.000 auf 349.000 Euro gestiegen. „Deshalb werten wir 2019 durchaus als Erfolg.“ Der Winter sei nach wie vor der Treiber, schätzt Meling ein. Oftmals seien es im Winter mehr als 1000 Besucher pro Tag gewesen, „was uns manchmal an unsere Kapazitätsgrenze gebracht hat“.

Hoffen auf den Sommer

Trotz der Bauarbeiten und der Einschränkungen durch die Corona-Krise geht die Arena in die Vorbereitung der Sommersaison. „Wir wollen am 16. Juli mit Beginn der Ferien öffnen, sofern wir denn dürfen“, informiert Meling. Auch 2020 setzen er und sein Team wieder auf Rollschuhlaufen sowie Hüpf- und Kletterangebote für die ganze Familie. „Wir werden sogar einige neue Spielgeräte aufstellen.“ Was genau, will der Arena-Chef noch nicht verraten. „Das soll dann eine Überraschung sein.“

Aber sowohl über der Öffnung der Freizeitstätte als auch über den geplanten Veranstaltungen wie Sommerbiathlon, Kino, Endurothon und Sommerfest hänge ein „Damoklesschwert“, wie es Meling ausdrückt. „Wir hoffen natürlich auf normalen Regelbetrieb. Aber da müssen wir abwarten.“