Abbenrode l Am Donnerstagmorgen riefen die Digitalen Meldeempfänger und die Sirene die Einsatzkräfte aus dem Nordharz zu einer brennenden Strohdieme. Durch die Integrierte Leitstelle Harz in Halberstadt erfolgte um 4.45 Uhr die Alarmierung der Feuerwehren Abbenrode und Stapelburg, mit dem Stichwort „Mittelbrand, Rauchentwicklung auf Feld“ zu dem Einsatz.

Zwischen Abbenrode und Wennerode, direkt an der B 6 in Höhe des Sandbrinks, stand an einem Regenrückhaltebecken das Lager bei Eintreffen der ersten Kameraden bereits in großen Teilen in Vollbrand. Wegen der Größe der Dieme, und da eine Wasserversorgung über eine lange Wegestrecke aufgebaut werden musste, entschied der Einsatzleiter sofort, die Alarmstufe zu erhöhen und weitere Kräfte anzufordern.

Daraufhin wurden die Feuerwehren Veckenstedt, Ilsenburg und Lochtum nach-alarmiert. So befanden sich am frühen Morgen 50 Feuerwehrmänner und -frauen mit acht Fahrzeugen aus Sachsen-Anhalt und Niedersachsen gemeinsam im Löscheinsatz.

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Feuerwehr verhindert Übergreifen auf B6

Die Feuerwehren Lochtum und Veckenstedt begannen sofort mit dem Aufbau der Wegestrecke, um das Löschwasser von Abbenrode an die Einsatzstelle zu pumpen. Die Lochtumer installierten dazu an einem Löschwasserteich in Abbenrode die Wasserentnahmestelle, und mit dem Schlauchanhänger wurde die Wegestrecke über 1500 Meter aufgebaut. Dabei musste auch eine Steigung überwunden werden. Hierfür wurde das Löschfahrzeug (LF) 16/12 der Feuerwehr Veckenstedt als Verstärkerpumpe integriert.

Ein sofort herbeigeeilter Landwirt aus Abbenrode versuchte, mit einem Teleskoplader noch Strohballen zu retten. Dies war allerdings nicht mehr möglich. Denn das Feuer breitete sich im Inneren der Strohdieme rasend schnell aus, und so brannte sie innerhalb kürzester Zeit mit etwa 600 Ballen auf gesamter Länge. Eine benachbarte Strohdieme wurde mit dem Teleskoplader beiseite geräumt, um ein Übergreifen der Flammen zu verhindern.

Durch die Bauweise der Dieme und durch die Kompaktheit der Ballen hätte ein massiver Löschangriff wenig Erfolg gehabt. Deshalb wurde entschieden, das Lager kontrolliert abbrennen zu lassen. Die Einsatzkräfte legten den Fokus darauf, dass sich das Feuer nicht ausbreiten konnte. Es konnte verhindert werden, dass die Flammen auf das Regenrückhaltebecken übergreifen und damit auch die B 6 gefährden. Dadurch lief der morgendliche Berufsverkehr dort problemlos weiter.

Mit Teleskoplader Dieme auseinandergeschoben

Mit einem Teleskoplader einer Vienenburger Baufirma wurde begonnen, die Dieme auseinanderzuschieben, damit die Ballen kontrolliert und schneller abbrennen können. Um eine Gefährdung für die Technik auszuschließen, wurde sie laufend mit Wasser gekühlt und Strohreste gelöscht.

Um die Versorgung der Kameraden kümmerten sich der Sicherheits- und Ordnungsdienst der Gemeinde Nordharz, die Landfleischerei Hasenbalg und der Landmarkt Veckenstedt.

Gegen 12 Uhr waren die Strohballen soweit heruntergebrannt, dass von ihnen keine weitere Gefahr ausging. Der Eigentümer wurde beauftragt, eine eigenständige Brandwache zu stellen. Dazu wurde ein Güllefass mit einen 16 000-Liter-Tank an die Einsatzstelle beordert, um die Kontrolleure zu unterstützen. Die Kameraden bauten die Schläuche an der Einsatzstelle und von der Löschwasserversorgung ab. Gegen 14 Uhr war der Einsatz für alle beendet.

Ein Sprecher des Harzreviers in Halberstadt bezifferte den Sachschaden am Nachmittag auf rund 15.000 Euro. Da derzeit eine Selbstentzündung auf Grund der andauernden Trockenheit ausgeschlossen werden kann, gehen die Ermittler von vorsätzlicher Brandstiftung aus. Hinweise werden unter Telefon (0 39 41) 67 42 93 erbeten.