Schierke l Leise rieselt der Schnee. Nicht so in der Feuerstein-Arena in Schierke. Da stürzt die schmelzende weiße Pracht gleich haufenweise vom geschwungenen Dach. „Wir waren oben in der Mephisto-Bar, als etwas Weißes am Fenster vorbei rauschte.“ Das hat Matthias Winkelmann am Sonnabend beobachtet. Eine Lawine sei vom Arenadach auf die Tische darunter gekracht, so der CDU-Stadtrat. Ein weiteres Schneebrett habe einen Schirm beschädigt.

Kein Einzelfall. Seit die Arena im Dezember 2017 eröffnet wurde, rutscht der Schnee aufgrund eines Planungsfehlers immer wieder mal vom Dach herunter. Bisher gab es nur Sachschäden zu beklagen. Personen wurden glücklicherweise nicht verletzt. „Muss denn erst richtig etwas passieren?“, fragte Winkelmann in der Sitzung des Ordnungsausschusses. Thomas Schönfelder (Linke) forderte sogar, „das Ding“ zu sperren – gerade auch in Hinblick auf die anstehenden Wintersportwochen. „Das ist gefährlich.“

Über eine Beseitigung der Gefahrenquelle wird im Wernigeröder Rathaus schon länger nachgedacht. Bisher ohne Ergebnis. Die Architekten hätten nachträglich eine Schneefangreling auf dem Dachträger vorgeschlagen, heißt es auf Nachfrage von Rathaussprecher Tobias Kascha. Damit wären jedoch Befestigungen, Eingriffe und Beschädigungen am Randträger verbunden. „Die Gestaltung wird dauerhaft erheblich beeinträchtigt“, so Kascha weiter. Eine Garantie bei hohen Schneehöhen sei trotzdem nicht gegeben. Zudem sei die Nachrüstung mit „erheblichen Kosten“ verbunden.

Heizmatte auf dem Dach

Deshalb wird über die In­stallation einer Heizmatte auf dem Dachrand nachgedacht und darüber hinaus über eine Schneeräumung per Hand und Möglichkeiten zur Begehbarkeit der Dachfläche. Aber: „Die Überlegungen sind in Bezug auf Kosten/Nutzen/Gewährleistungs,- Sicherheits- und Gestaltungsfragen noch nicht abgeschlossen.“ Grundsätzlich gelte jedoch, „Sicherheit geht vor“, so Kascha. Sollten Schneeabgänge drohen, würden die Verantwortlichen die betroffenen Bereiche absperren, die Arena wenn nötig auch ganz schließen.

Hintergrund: Die Stadt Wernigerode hat die Feuerstein-Arena in Schierke für neun Millionen Euro bauen lassen. Die Freizeitstätte wird durch die Stadt betrieben.