Elbingerode. l Monatelang ist der Verbund der Grundschulen Benneckenstein und Elbingerode diskutiert, abgelehnt, wieder diskutiert und nicht selten argwöhnisch beäugt worden. Am Dienstagabend ging es dann relativ schnell.

Mit drei Einzelbeschlüssen gab der Oberharz-Stadtrat den Weg dafür frei, dass Mädchen und Jungen auch künftig von der dritten bis zur vierten Klasse vor Ort in Benneckenstein lernen können. Dazu stimmten die Ratsmitglieder einhellig für die von Gesetzes wegen nötige Auflösung der bisher selbstständigen Grundschule Benneckenstein, für die Beibehaltung des Standortes am Bruno-Ellinger-Weg und – drittens – für die eigentliche Schaffung des Schulverbundes. Damit wird Benneckensteins Schule voraussichtlich nächstes Schuljahr zum Teilstandort der Elbingeröder Schule.

„Es ist der einzige Weg, den Benneckensteiner Standort zu erhalten“, erläuterte Hauptamtsleiter Hans-Henning-Friedrichs die auf Grund der geringen Schülerzahlen zwingende Sachlage, und: „Es ist eine politische Entscheidung, zu der nun das organisatorisch-pädagogische Gesamtkonzept erarbeitet werden muss.“

Elbingeröder lehnen Schulkonzept ab

Ein Konzeptentwurf ist bereits von der für beide Schulen zuständigen Rektorin Bettina Borth ausgearbeitet worden. Er fand in Benneckenstein insgesamt Zustimmung, hier und da soll noch daran gefeilt werden, hieß es. In Elbingerode lehnten Lehrer und Elternvertreter den Konzeptentwurf dagegen ab. Warum, blieb in der Tagung offen. Die Frage danach von Ratsfrau Christel Liebetruth (Linke) wurde nicht beantwortet.

Wie anderweitig zu erfahren war, gebe es die Sorge in Elbingerode, dass den Schülern dort Nachteile durch den Verbund entstünden. Auch hätten Lehrer Scheu, für den Unterricht der Schule mit künftig zwei Standorten etwa von Elbingerode nach Benneckenstein fahren zu müssen. Dafür werde doch den Kindern die Fahrt erspart, meinen andere. Die Arbeit an dem Gesamtkonzept habe damit begonnen und werde fortgesetzt, hieß es.

„Wir haben uns die Entscheidung im Ortsrat auch nicht leicht gemacht“, sagte Ratsmitglied und Benneckensteins Bürgermeister Hans-Herbert Schulteß (CDU). Er hatte vor Wochen noch für eine Ausnahmegenehmigung anstatt des Schulverbundes gestritten. Und musste nach Hinweis vom Landesschulamt auf die fehlenden Gesetzesgrundlage dafür einsehen, dass der Verbund die einzige Lösung darstellt.

Hasselfelde wäre möglicher Partner gewesen

Hasselfeldes Grundschule wäre auch ein möglicher Partner für den Verbund gewesen, warf dessen Bürgermeister und Ratsmitglied Heiko Kaschel (Bürgerfraktion) ein. Eltern in Benneckenstein hätten sich aber frühzeitig für das Zusammengehen mit Elbingerode entschieden, und das werde natürlich akzeptiert.

„Ich habe den Schwenk sowieso nicht verstanden“, sagte Ratsmitglied Volker Hedderich (Linke, Elbingerode) dazu, dass Benneckensteins Rat den Verbund zunächst abgelehnt hatte. Mit dem Ja von Ortschafts- und Stadtrat nun sei die Sicherung des Schulstandortes „auf festem Boden“, so Hedderich.

Für Stadtoberhaupt Ronald Fiebelkorn (CDU), der von Anfang an für den Verbund war, besteht nun auch eine einmalige Chance. Die neue Schulform könne schließlich in einem „einmalig zusammenhängenden Komplex“ von Schule, Sportplatz, Turnhalle und dem noch zu bauenden neuen Kindergarten entwickelt werden.

„Kinderbetreuung, Bildung, Sport und Freizeitgestaltung werden dann konzentriert in einem Bereich angeboten, obendrein im Grünen mitten in der Stadt Benneckenstein“, warb Ronald Fiebelkorn für den Verbund. Daraus sollte nun das Beste gemacht werden.