Derenburg l „An Himmelfahrt“, erzählt Heinz Koch, „gibt es immer mal wieder Probleme.“ Aber über mehrere Wochen hinweg? „Das gab es noch nie“, weiß der erfahrene Jäger, der im Derenburger Stadtwald ein eigenes Revier gepachtet hat. Innerhalb weniger Tage sind in dem von ihm und einem weiteren Pächter betreuten Areal neun Hochsitze mutwillig umgestoßen worden. Insgesamt belaufe sich die Zahl der zerstörten Ansitze auf 16, berichtet Koch. Dabei hätten die unbekannten Täter aber allerhand Energie aufbringen müssen: „Eine Kanzel wurde samt den Betonfundamenten herausgerissen. Andere waren mit Eisenträgern im Erdboden verankert“, berichtet Heinz Koch, der so etwas noch nie erlebt hat. Und das will etwas heißen, denn immerhin geht er bereits seit 1978 zur Jagd - so wie schon sein Großvater, sein Vater und sein Bruder.

Allein die Zahl der zerstörten Hochstände lasse für ihn nur den Schluss zu, dass es ein gezielter Angriff auf die Derenburger Jagdpächter ist, um die Jagd in dem Revier zu unterbinden: „Da steckt System drin“, so Koch. Dabei sei den Tätern offenbar nicht bewusst, dass sie viel größeren Schaden anrichten als nur an den hölzernen Hochsitzen anrichten. Kosten pro Stück: rund 1500 Euro. „Gerade in Zeiten von Afrikanischer Schweinepest sind die Schweinebestände von Landwirten bedroht“, erläutert Koch die dringende Notwendigkeit, verstärkt Wildschweine zu bejagen, um die Ausbreitung der Seuche einzudämmen. Durch Rehwild, so Koch weiter, würden die meisten Wildunfälle verursacht und ein hohes Maß an Verbiss-Schäden in den Wäldern. Da sich gerade in Corona-Zeiten die Jagd ohnehin als äußerst schwierig darstelle, seien die zerstörten Jagdeinrichtungen umso ärgerlicher.

Auch Ortsbürgermeister André Salomon hat die Verwüstungen im Stadtwald heftig verurteilt. Er hoffe, dass die Täter dingfest gemacht werden können. Die betroffenen Pächter hätten Anzeige erstattet und auch die Kollegen benachbarter Reviere informiert. Sie hoffen nun, dass Spaziergänger oder Wanderer im Derenburger Wald in den vergangenen Wochen etwas Ungewöhnliches beobachtet haben und Hinweise geben können. Sie können sich jederzeit an das Polizeirevier Harz und an Bürgermeister André Salomon wenden. „Als Belohnung gibt es einen Gaumenschmaus für Zuhause“, so der Derenburger Ortschef.