Wernigerode/Magdeburg (dpa) l Die ehrenamtlichen Retter der Bergwacht des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Sachsen-Anhalt im Harz sind im ersten Halbjahr zu 40 Einsätzen gerufen worden nach 104 im kompletten Vorjahr. Im März und April hätten die Einsatzzahlen aufgrund der Corona-Beschränkungen stagniert, die Bergretter hätten gespürt, dass deutlich weniger Menschen in der Harzregion unterwegs gewesen seien, erklärte der Landesleiter der DRK-Bergwacht Sachsen-Anhalt, Heiner Jentsch. Die Kameradinnen und Kameraden seien in Rufbereitschaft gewesen. Zu Pfingsten seien sie in den regulären Brocken-Dienst zurückgekehrt. "Seitdem steigen auch die Einsatzzahlen wieder spürbar an."

"Besonders häufig wurden unsere Bergretter in diesem Jahr zu Wanderunfällen gerufen. Stürze im Eckerlochstieg, im Bode- oder Ilsetal führten beispielsweise zu Unterarm-Frakturen und Knieverletzungen", berichtete Jentsch. In diesem Jahr habe es schon einige Einsätze gegeben, zu denen ein Rettungshubschrauber gerufen werden musste. Das sei immer dann nötig, wenn aufgrund der Verletzungen ein besonders schneller oder schonender Transport ins Krankenhaus gefragt sei.

Feuer an der Roßtrappe lokalisiert

Zu den herausragenden Einsätzen in diesem Jahr habe zweifelsohne die Bergbrandbekämpfung an der Roßtrappe Anfang Juni gehört. "Die steilen Hanglagen und schwer zugänglichen Areale des Harzes sind für die Einsatzkräfte der Feuerwehren kein alltägliches Gelände. Daher wurde die Bergwacht unterstützend tätig", erklärte der Landesleiter der Bergwacht. Kameradinnen und Kameraden hätten sich an den Hängen abgeseilt und so geholfen, das Feuer zu lokalisieren. Bei der endgültigen Brandbekämpfung habe letztlich nur der Löschhubschrauber geholfen.

Derzeit zähle die Bergwacht in Sachsen-Anhalt rund 220 Mitglieder. Davon seien etwa 100 aktive Einsatzkräfte. Nachwuchs und Unterstützung seien immer gefragt. "Wir freuen uns über jeden, der sich engagieren möchte und geben Interessierten gerne einen Einblick in unsere ehrenamtliche Arbeit. Alles, was man mitbringen sollte, ist die Liebe zur Natur und zum Outdoor-Sport", sagte Jentsch.