Wernigerode l Mächtig Ärger in der Frankenfeldstraße – jetzt laufen die Anwohner Sturm. Kurz vor der Entscheidung im Stadtrat haben sie Widerspruch gegen die Umbenennung ihrer Straße eingelegt. Der nördliche Straßenabschnitt soll künftig Wilhelm-Pramme-Straße heißen und neu durchnummeriert werden. Dadurch soll im Sinne der Gefahrenabwehrverordnung „eine logische Straßenzuordnung und Hausnummerung“ erreicht werden, wie aus dem Wernigeröder Rathaus begründet wird.

„Wir können für eine Umbenennung weder die Erforderlichkeit oder Verhältnismäßigkeit noch einen Vorteil für die Stadt oder die Anwohner erkennen“, heißt es in dem Schreiben der Anwohner. Es gebe keine Gefahrenlage, diese werde „nur subjektiv“ vom Amt für Stadt- und Verkehrsplanung erkannt. Keinem der Anwohner seien „fragende Lieferanten oder ein sogenannter Suchverkehr“ bekannt.

Aufwand und Kosten

Zudem kritisieren die Nachbarn, dass die Umbenennung der Straße einen hohen Kosten- und Verwaltungsaufwand nach sich ziehen würde. Die Anwohner zählen auf: Änderung der Personalausweise und Fahrzeugpapiere, Information an Finanzamt, Post, Polizei, Feuerwehr, Abfallentsorger, Arbeitgeber, Krankenkassen, sämtliche Behörden, Versicherungen, Anschaffung der Straßenschilder, Neubestellungen von Visitenkarten, Adressaufklebern und vorgedrucktem Briefpapier.

Stattdessen schlagen sie vor, die Straßenschilder in der Frankenfeldstraße mit einem Hausnummern-Hinweis zu versehen, um Notärzte, Feuerwehr und Zulieferer bei ihrer Arbeit zu unterstützen.

Ob der Protest fruchtet, wird sich am Donnerstag um 17.30 Uhr zeigen, wenn der Stadtrat tagt. Kultur- und Ordnungsausschuss hatten die Umbenennung bereits empfohlen.

Hintergrund: Die Frankenfeldstraße wird durch die Friedrichstraße in zwei Abschnitte geteilt. Im nördlichen Teil stehen für 26 Eingänge nur vier Hausnummern zur Verfügung. Die Folge sind Beschilderungen wie 6d, 6f oder 5d. Für das neue Wohngebiet am Ende der Straße müssten Nummern von 5e bis 5i vergeben werden.