Wernigerode/Silstedt l Das Wasser geht, die Sorgen bleiben. „Ich kann nicht mehr“, sagt Birgit Krüger, als Silstedts Bürgermeister Karl-Heinz Mänz (CDU) das Grundstück in der Mühlenstraße 1A betritt, um erneut nach dem Rechten zu sehen. Die Krügers hat das Hochwasser der Holtemme hart getroffen, ebenso andere Bewohner im Unterdorf. Überall wird am Freitag gefegt, geharkt, gewischt, geschleppt – nur raus mit Dreck und Schlamm und all den Dingen, die das Wasser zunichte gemacht hat.

Haus immer noch ohne Strom

Die Krügers würden dies auch gern tun. Doch der 66-Jährigen und ihrem drei Jahre älteren Ehemann fehlt die Kraft. „Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll“, sagt Günther Krüger und schaut verzweifelt. Sie haben keinen Strom, weil der Keller unter Wasser steht. „Da nützt mir die Pumpe nichts.“

Sperrmüll muss vom Hof

Karl-Heinz Mänz greift zum Telefon: „Könnt ihr mit einem Notstromaggregat helfen?“ Sie können, bis zum Abend sind Keller und Schuppen vom Wasser frei. In Absprache mit dem Ehepaar wird die Volksstimme gebeten, Helfer für Sonnabend zu mobilisieren, damit der Sperrmüll vom Hof geräumt wird. Treff ist um 10 Uhr in der Mühlenstraße 1A. „Vielleicht findet sich jemand, der mit einem Container helfen kann“, sagt Mänz.

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Opfer kommen in Darlingerode unter

Auf der anderen Seite der Mühlenstraße ist ein überschwemmtes Haus bereits geräumt. Nun kann es trocknen. Das Wasser ist 40 Zentimeter hoch gestanden und hat Hab und Gut von Marianne und Günter Stretzel zerstört. Wohn- und Schlafzimmer sowie die Küche, alles liegt auf dem Hof und ist nur noch Sperrmüll. Die Familie und viele Freunde aus Darlingerode haben geholfen und das Rentnerehepaar zu sich geholt. „Sie können im Trockenen wohnen, auch die Versorgung ist geregelt“, sagt Rüdiger Wiedenbein und tröstet das 64-jährige Hochwasseropfer.

Hochwasser im Harz

Wernigerode (ru) l Land unter in Wernigerode und Umgebung. Der Dauerregen hat die Harzbäche Holtemme und Ilse in reißende Flüsse verwandelt. Sie sind über die Ufer getreten.

  • Die Holtemme führt Hochwasser, hier an der Hochschule Harz in Wernigerode. Foto: Regina Urbat

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  • Die Steinerne Renne ist über die Ufer gelaufen, Land unter auf der Bielsteinchaussee bei Wernigerode. Foto: Regina Urbat

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  • Land unter auf der Bielsteinchaussee, an Anwohner zieht eine Furche. Foto: Regina Urbat

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  • Die Steinerne Renne ist randvoll, die Bahnbrücke der HSB an der Bielsteinchaussee droht überspült zu werden. Foto: Regina Urbat

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  • Der Durchlass im Triangel an der Zufahrt zum Hasseröder Burghotel schafft die Wassermassen nicht, der Sturzbach läuft über. Foto: Regina Urbat

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  • Frauen und Männer der Langelner Feuerwehr ziehen in Veckenstedt die Reste eine zerstörten Behelfsbrücke aus den Fluten. Foto: Michael Lumme

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  • Land unter im Camp auf dem Reiterhof an der Grovesmühle in Veckenstedt. Die Kinder wurden in Sicherheit gebracht. Foto: Jörg Niemann

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  • Hochwasser in der Kruskastraße in Wernigerode. Anwohner helfen beim Stapeln der Sandsäcke. Foto: Uta Müller

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  • Hochwasser Kruskastraße in Wernigerode. Mitarbeiter des Bauhofs Wernigerode und Anwohner informieren sich über die Lage. Foto: Uta Müller

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  • Hochwasser Kruskastraße in Wernigerode. Das Wasser der Holtemme sprudelt unter der Brücke hervor. Foto: Uta Müller

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  • Die Holtemme kurz vor dem Übertreten des Ufers im Stadtfelde in Wernigerode. Foto: Ivonne Sielaff

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  • Unterhaltungsverband Holtemme an der Schwachstelle im Einsatz: Sturzbach in Oberhasserode. Foto: Ulrich Eichler

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  • Die Holtemmebücke in Derenburg. Foto: Jens Müller

    Die Holtemmebücke in Derenburg. Foto: Jens Müller

  • Die Holtemmebücke in Derenburg. Foto: Jens Müller

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  • Hochwasser der Holtemme in Derenburg. Foto: Jens Müller

    Hochwasser der Holtemme in Derenburg. Foto: Jens Müller

  • Hochwasser der Holtemme in Derenburg. Foto: Jens Müller

    Hochwasser der Holtemme in Derenburg. Foto: Jens Müller

  • Hochwasser der Holtemme in Derenburg. Foto: Jens Müller

    Hochwasser der Holtemme in Derenburg. Foto: Jens Müller

  • Hochwasser der Holtemme in Derenburg. Foto: Jens Müller

    Hochwasser der Holtemme in Derenburg. Foto: Jens Müller

  • Die Gunst der Berglage und des relativ verhaltenen Dauerregens sorgt eim Bereich Oberhrz für mehr Zulauf, Unbilden für Urlauber, aber bis 13 Uhr zu keinerlei  Problemen. Foto: Burkhard Falkner

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  • Die Bundeswehr fliegt am Donnerstag in Silstedt Bigbags an den aufgeweichten Holtemme-Deich. Foto: Matthias Bein

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  • Hubschraubereinsatz der Bundeswehr in Silstedt. Foto: Matthias Bein

    Hubschraubereinsatz der Bundeswehr in Silstedt. Foto: Matthias Bein

  • Hubschraubereinsatz der Bundeswehr in Silstedt. Foto: Matthias Bein

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  • Anwohner stehen  in der historischen Altstadt von Wernigerode vor einer Sandsackmauer. Foto: Matthias Bein

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  • Schaulustige  in der Altstadt von Wernigerode und warten vor einem aufgeschütteten Erdwall auf das Hochwasser. Foto: Matthias Bein

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  • Die Situation am Zillierbach in Wernigerode, hier an der Promade, ist immer noch angespannt. Foto: Regina Urbat

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  • Wassermassen haben in der Holtemme die Stützmauer unterspült, auf der Straße Insel klafft ein riesiges Loch. Foto: Regina Urbat

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  • Wassermassen haben in der Holtemme in Wernigerode  ein Wehr weggerissen. Foto: Regina Urbat

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  • Wassermassen haben in der Holtemme in Wernigerode  ein Wehr weggerissen. Foto: Regina Urbat

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  • Aufräumen nach der Flut in Wernigerode: Foto: Uta Müller

    Aufräumen nach der Flut in Wernigerode: Foto: Uta Müller

  • Aufräumen nach der Flut in Wernigerode: Foto: Uta Müller

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  • Kristenbesprechung in Silstedt, mit dabei Kameraden aus Bitterfeld. Foto: Tim Bruns

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  • Kameraden der Blankenburger Feuerwehr beim zweiten Einsatz im Haus Am Stadtpark. Foto: Jens Müller

    Kameraden der Blankenburger Feuerwehr beim zweiten Einsatz im Haus Am Stadtpark. Foto: Jens M...

  • Aufräumen in Derenburg. Foto: Jens Müller

    Aufräumen in Derenburg. Foto: Jens Müller

  • Schneller zum Einsatzort gings in der Radladerschaufel. Foto: Jens Müller

    Schneller zum Einsatzort gings in der Radladerschaufel. Foto: Jens Müller

  • Foto: Jens Müller

    Foto: Jens Müller

  • Mit einem Wall aus Sandsäcken wurde der Forellenteich durch die Marienhöfer Straße in die Ilse abgeleitet. Foto: Denis Loeffke

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  • Nach dem Hochwasser in Wernigerode:  An der Holtemme im Bereich Insel in Hasserode. Foto: Regina Urbat

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  • Hochwasser in Darlingerode. Foto: Tim Bruns

    Hochwasser in Darlingerode. Foto: Tim Bruns

  • Hochwasser in Darlingerode. Foto: Tim Bruns

    Hochwasser in Darlingerode. Foto: Tim Bruns

  • Sandsäcke bestimmen im Harz das Straßenbild. Foto: Matthias Bein

    Sandsäcke bestimmen im Harz das Straßenbild. Foto: Matthias Bein

Feuerwehr liefert Trinkwasser

Ganz am Ende der Mühlenstraße wohnt ein Ehepaar, „das immer noch schlimm dran ist“, berichtet Karl-Heinz Mänz. „Ganz dringend brauchen wir Trinkwasser“, sagt Susanne Gelhaar, die erst vor wenigen Tagen das Krankenhaus verlassen konnte. Die Pumpe für den Hausbrunnen ist im Keller, dieser steht unter Wasser, weil kein Strom zum Auspumpen da ist. Erneut hat der 76-jährige Ortschef eine Idee, die aufgeht. Die Feuerwehr hilft, besorgt umgehend vier größere Trinkwasserbehälter und versichert die Bereitschaft, sie wieder nachzufüllen. Die Gelhaars sind erleichtert, auch als am Nachmittag Freunde kommen und beim Aufräumen helfen.

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Rentner ist nicht versichert

Groß ist die Hilfsbereitschaft unter Betroffenen auch in Wernigerode. Bei Roland Stefanowicz Im Stadtfelde hat ein Nachbar beim Abtransport von aufgeweichten Möbeln geholfen. Das Hochwasser hat bei dem Musikunterhalter das Büro im Keller zerstört. Fassungslos, wie er sagt, hat er mit ansehen müssen, wie die „braune Brühe“ sich im Haus ausbreitete. „Das Auto in der Garageneinfahrt konnte ich gerade noch in Sicherheit bringen.“ Neben dem Büromobilar sind auch Waschmaschine und Trockner nicht mehr zu gebrauchen. Eine Versicherung hat der 73-Jährige nicht. „Die Prämie als Flussanrainer ist so hoch, die hätte ich mir nie leisten können“, sagt Stefanovicz und kratzt weiter die Tapete ab. Das Parkett liegt im Sperrmüllcontainer vorm Haus. Seite 21

Spendenkonto eingerichtet

Die Stadt Wernigerode hat für Hochwassergeschädigte ein Spendenkonto eingerichtet.
Kontonummer: DE 04 8105 2000 0160 8800 41, Zahlungsgrund: „Hochwasser“.