Brut- und Setzzeit

Hund tötet Reh bei Darlingerode mit Kehlbiss

Vor allem Rehwild ist in den Fluren des Nordharzes anzutreffen. In der Brut- und Setzzeit bis Mitte Juli sind Hunde in der Natur zum Schutz der Wildtiere anzuleinen.
Vor allem Rehwild ist in den Fluren des Nordharzes anzutreffen. In der Brut- und Setzzeit bis Mitte Juli sind Hunde in der Natur zum Schutz der Wildtiere anzuleinen. Archivfoto: Michael Lumme

Darlingerode

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Von einem Hund gehetzt und anschließend per Kehlbiss niedergestreckt – ein totes Reh, das Spaziergänger am Donnerstag, 29. April, an der Autobahn 36 auf Darlingeröder Wiesenflur entdeckt haben, bietet keinen schönen Anblick. Die Finder hätten den Kadaver dem Revierpächter gemeldet, teilt die Jagdgenossenschaft des Ilsenburger Ortsteils mit.

„Alle Indizien weisen auf einen stattlichen Hund hin, der dieses friedlich lebende Schmalreh zur Strecke gebracht hat“, teilt die Jagdgenossenschaft mit. Viele Hundehalter aus Darlingerode und der Umgebung der Nordharz-Region gingen mit ihren vierbeinigen Lieblingen in der Natur Gassi und verschafften ihnen so die notwendige Bewegung und Abwechslung. „Das soll auch so sein, aber dann bitte angeleint“, heißt es im Appell der Jagdgenossenschaft weiter.

Brutzeit gilt in Sachsen-Anhalt bis 15. Juli

Für die sogenannten Brut- und Setzzeit, die in Sachen-Anhalt vom 1. März bis zum 15. Juli reicht, hat der Gesetzgeber eine Leinenpflicht angeordnet. Und das aus gutem Grund: Wildtiere seien in dieser Zeit besonders schutzbedürftig, da sie Nachwuchs bekommen und diesen möglichst ungestört aufziehen sollen. Umso ärgerlicher sei es, wenn immer wieder Hundebesitzer angesprochen und auf die Leinenpflicht aufmerksam gemacht werden müssten.

Im Falle des Hundes, der das Reh bei Darlingerode gejagt und gerissen hat, handele es sich um den Tatbestand der Wilderei. Aus diesem Grund sei der Vorfall polizeilich zur Anzeige gebracht worden und werde nun entsprechend geahndet.

Randalierer scheitern an Poller auf Feldweg

„Um Ruhe in den schon sehr beengten Lebensraum der Wildtiere zu bekommen, wurde vor kurzem die Rennpiste in der Feldflur zwischen Darlingerode und Schmatzfeld durch den Bauhof der Stadt Ilsenburg mit einem Poller versehen“, berichten die Jagdgenossen weiter. Doch nur wenig später hätten sich erneut Unbekannte mit roher Gewalt und Werkzeug von Meißel bis zu schwerem Gerät am Hindernis zu schaffen gemacht – allerdings ohne Erfolg.

Um den Wildbestand in der Feldflur künftig erfolgreicher zu hegen, bittet die Jagdgenossenschaft Darlingerode um Verständnis und Einsicht zum Leinenzwang. „Denn wen erfreut es nicht, wenn man wie in letzter Zeit, mal einen Hasen, ein Rebhuhn und sogar mal wieder einen Fasanenhahn sehen darf?“