Wernigerode (mg) l Nirgendwo sonst in Sachsen-Anhalt kosten gebrauchte Eigenheime so viel wie in Wernigerode. Das ist das Ergebnis der am Donnerstag, 13. August, veröffentlichten Studie „Markt für Wohnimmobilien 2020“ der Landesbausparkassen (LBS). Wer in der bunten Stadt am Harz ein freistehendes Ein- oder Zweifamilienhaus kaufen möchte, müsse im Schnitt 350.000 Euro zahlen. Damit hätten sich seit 2015 die Preise mehr als verdoppelt. Vor fünf Jahren war ein Immobilienkauf in Wernigerode laut des Bausparkassen-Preisspiegels noch für 150.000 Euro möglich.

Zum Vergleich: In der Landeshauptstadt Magdeburg liegen die Standardpreise bei 250.000 Euro, in Quedlinburg und Salzwedel bei 200.000 Euro. In Halle, Aschersleben und Haldensleben zahlten Hauskäufer durchschnittlich 180.000 Euro. Die günstigsten Eigenheime sind in Bernburg und Eisleben zu finden. Dort sind für die eigenen vier Wände 90.000 respektive 70.000 Euro zu berappen.

Preise in Speckgürteln steigen auch

Wegen günstiger Zinsen sei die Nachfrage nach Eigenheimen besonders hoch und weit größer als das Angebot in den Städten, so die Einschätzung von Winfried Ebert. Wie das Vorstandsmitglied der LBS Ost in einer Pressemitteilung beschreibt, wirke sich das ebenfalls auf die Preise in den Speckgürteln der Kommunen aus.

Allerdings gingen die Immobilienfachleute der Bausparkassen davon aus, dass die Corona-Krise weitere Preisschübe verhindert. Sie vermuten, dass die Preise sowohl für Baugrundstücke, gebrauchte Einfamilienhäuser als auch neue Wohnungen und Reihenhäuser flächendeckend bis in den Herbst stabil bleiben. Gleichzeitig rechneten die LBS-Experten in keinem der vier Markt-Segmente mit einem wachsenden Angebot. Die Nachfrage steige wahrscheinlich ebenfalls nicht. Stattdessen sehen sie vorübergehend einen leichten Rückgang, maximal konstantes Niveau.