Wernigerode l Die Jäger im Wernigeröder Wald sind in der abgelaufenen Saison besonders fleißig gewesen. Im Stadtforst wurde die Rekordzahl von 85 Wildschweinen erlegt, teilt die Verwaltung mit. Damit stiegen die Abschusszahlen beim Schwarzwild um mehr als das Vierfache in vier Jahren. Selbst der bisherige Höchstwert von etwas mehr als 70 zur Strecke gebrachten Tieren wurde weit übertroffen.

Hinzu kommen 47 Rehe – das bedeutet eine Steigerung von acht Tieren zum Jagdjahr 2016/17 und mehr als doppelt so viele, wie noch 2014/15 geschossen wurden. Unter den Rehen seien sieben mehrjährige Böcke gewesen, heißt es aus dem Rathaus. Beim Rotwild sank die Jagdstrecke auf 48 Tiere. Sechs davon waren mehrjährige Hirsche. Erlegt wurden die Tiere über das Jahr verteilt auf Einzeljagd und auf mehreren Gesellschaftsjagden. Der letzte Mufflon bei Wernigerode wurde 2011 geschossen.

Sorge wegen Verbiss an Laubbäumen

Ziel der Jäger waren vor allem Schwerpunkte im Wald, an denen das Wild besonders viel Schaden anrichtet. „So lockten Douglasien- oder Laubholzkulturen leider allzu gern das Wild an“, teilt das Rathaus mit. Um wirtschaftlichen Schaden am Stadtwald zu verhindern, gab es 2017 vier klassische Treibjagden mit Jagdhunden und Treibern auf großer Revierfläche sowie viele kleine Jagden. Langfristig strebe Wernigerode an, einen stabilen und vielfältigen Mischwald aufzubauen.

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Den Winter und mögliche Schneefälle wollen die Jäger nutzen, um den Wildschweinen weiter auf den Pelz zu rücken. Für Schwarzwild gibt es in Sachsen-Anhalt derzeit keine Schonzeiten, alles von Frischling bis Bache oder Keiler darf ganzjährig geschossen werden. Für die Jäger gibt es als Anreiz 15 Euro für jedes erlegte Tier.

Zudem setzen die Stadtforst-Mitarbeiter weiter auf Vergrämungsmittel gegen Wildschweine. So werden an der Reviergrenze beispielsweise Repelan-Pellets verteilt. Diese sollen verhindern, dass die Schwarzkittel wieder Gärten in Hasserode durchwühlen.