Altenbrak l Ordentlich Zündstoff steckt in der aktuellen Pressemitteilung der Trachtengruppe Altenbrak. Eigentlich hatte sich der Verein auf den 68. Harzer Jodlerwettstreit vorbereitet, der am 6. September stattfinden sollte. Doch nun kam das Aus für das Traditionssingen und für die Gruppe: „Wir als Verein haben in einer Krisensitzung entschieden, den Jodlerwettstreit abzusagen und können diesen auch in den Folge-Jahren nicht mehr organisieren, da wir uns zum Jahresende auflösen.“

Was ist passiert? Mitte Juli hatte Martina Weber als Kulturbeauftragte des Ortes zum Vereinstreffen eingeladen, an dem auch Ortsbürgermeister Michel Wiese und Vertreter des Ortschaftsrates teilnahmen. „Da waren wir in Bezug auf den Jodlerwettstreit noch sehr optimistisch“, sagt Martina Weber, zugleich stellvertretende Vorsitzende der Trachtengruppe. Aber es habe bereits aus den Reihen der Räte Bedenken gegeben, ob die Veranstaltung unter den aktuellen Bedingungen stattfinden sollte.

Skepsis wegen Pandemie

Machbar wäre es gewesen, sagt Martina Weber. Andreas Knopf, Vorstandskollege, Duettpartner und Hotelier im Ort, habe sich beim Gesundheitsamt erkundigt, man habe ein Hygienekonzept erarbeitet. „Chorgesang wäre nicht möglich gewesen“, so Martina Weber. Doch bis zu vier Personen hätten gemeinsam auftreten können – zwar nicht auf der Waldbühne, welche die Bodetal Tourismus GmbH in diesem Jahr nicht bespielt. Doch auf der Bodewiese wäre genug Platz gewesen, auch um Bänke in ausreichendem Abstand aufzustellen.

Nach ihrer Rückkehr aus dem Urlaub sei es zum Eklat gekommen: Der Ortschaftsrat habe sich gegen den Jodlerwettstreit ausgesprochen, so Martina Weber. Michel Wiese bestätigt, dass das Gremium über die Veranstaltung gesprochen habe. „Wegen der Corona-Pandemie haben viele das skeptisch gesehen.“ Er sei beauftragt worden, mit den Verantwortlichen zu sprechen. Eine Absage habe der Rat nicht beschlossen – er sei nicht der Veranstalter. „Das steht uns nicht zu.“

Bedenken

Doch das Tischtuch hatte bereits merklich Risse bekommen. Es habe am Telefon und in einer E-Mail Aussagen gegeben, die die Organisatoren aufgebracht hätten, sagt Martina Weber. In der Nachricht hieß es unter anderem: „Der Ortschaftsrat lehnt eine Durchführung des Jodlerwettstreites ab, aufgrund der derzeitigen Pandemiebestimmungen.“ Es herrsche „absolutes Unverständnis“ für die Organisatoren, Hilfe könne er nicht anbieten, schreibt Wiese. Die Bedenken seien legitim, so der Ortsbürgermeister. Angesichts der Vielzahl abgesagter Veranstaltungen dürfe man fragen, ob der Wettstreit ausgetragen werden solle.

Für die fünfköpfige Trachtengruppe, die die Veranstaltung ohnehin nur mit Mühe stemmen konnte, war dies der Anstoß, Nägel mit Köpfen zu machen. Man habe beschlossen, nicht wie geplant bis zum 70. Wettstreit durchzuhalten. „Wir lassen uns nicht mehr überreden“, so Martina Weber – jemand anderes könne gerne übernehmen. Das Aus kam für Wiese überraschend. „Ich bedauere das sehr“, sagt er.

Bereits gekaufte Eintrittskarten werden zurückgenommen, der Preis erstattet. Kontakt unter Telefon (039456) 56 78 19, per E-Mail an kontakt@jodlermeister.de oder per Post: Trachtengruppe Altenbrak e.V., Sankt Ritter 29, 06502 Thale OT Altenbrak.