Wernigerode l Etwa 2000 Mädchen und Jungen werden in den städtischen Kindertageseinrichtungen betreut. Die Eltern sollen dafür demnächst tiefer in die Tasche greifen. Die Stadtverwaltung plant, die Gebühren anzuheben.

Der Vorschlag aus dem Wernigeröder Rathaus sieht eine „moderate“ Erhöhung der Elternbeiträge vor. Waren für einen Krippenplatz mit acht Stunden Betreuung am Tag bisher 147 Euro im Monat fällig, müssen Eltern ab 2017 168 Euro zahlen. Ein Kindergartenplatz (acht Stunden) kostet statt bisher 114 Euro künftig 128 Euro. Dem Vorschlag liegt die Kostenrechnung von 2015 zugrunde, informierte Sozialamtschefin Petra Fietz in der Sitzung des Finanzausschusses. Tarifliche Veränderungen für die Erzieher sowie der erhöhte Zuschuss vom Land seien bereits berücksichtigt.

Defizit von 8,3 Millionen Euro

Die Kosten für die Kinderbetreuung haben sich in den letzten Jahren drastisch erhöht. Lagen sie 2013 in Wernigerode noch bei rund 10 Millionen Euro, schlagen sie für das kommende Jahr mit 14,5 Millionen Euro zu Buche. Das Land beteiligt sich mit eine Pauschale von 6,2 Millionen Euro. Was bleibt, ist ein Defizit von 8,3 Millionen Euro, das von Kommune und Eltern zu begleichen ist.

2014 wurden Kita-Gebühren zuletzt erhöht. Die festgelegten Elternbeiträge entsprachen 36 Prozent des damaligen Defizits. Weil die Beitragssätze seitdem gleich geblieben sind, und die Zuschüsse vom Land die Steigerung der Gesamtkosten nur bedingt auffangen konnten, blieb die Stadt auf den Mehrkosten sitzen. Das soll sich nun ändern. Mütter und Väter sollen künftig an den Mehrkosten beteiligt werden.

Laut Gesetz darf die Kommune die Eltern mit bis zu 50 Prozent des Defizits belangen. „Wir haben die Beiträge so angepasst, dass der Anteil der Eltern wieder bei 36 Prozent liegt“, so die Amtschefin. Dadurch fließen 333.000 Euro mehr in die Stadtkasse.

Noch ist allerdings nichts beschlossen. Wernigerodes Lokalpolitiker debattieren derzeit in den Fachausschüssen über die Kita-Gebühren. Eine Tendenz ist jedoch erkennbar. Im Finanzausschuss sprachen sich vier Mitglieder (SPD, CDU) bei einer Enthaltung (CDU) für die Erhöhung aus. Drei Politiker stimmten dagegen (Linke, Grüne).

Am Donnerstag befasst sich der Sozialausschuss (17 Uhr, Geschäftsstelle Benzingerode) mit dem Thema. An diesem Abend wird auch eine Befragung der Eltern ausgewertet. Die Eltern wurden schriftlich über die anstehende Gebührenerhöhung informiert und nach ihrer Meinung gefragt. Die endgültige Entscheidung soll in der Sitzung des Stadtratssitzung am Donnerstag, 8. Dezember, fallen.