Blankenburg l Kinder und Jugendliche für die Zukunft stark machen - das hat sich Annika Hoenig mit ihrem Anti-Mobbing-Konzept vorgenommen, das sie im vergangenen Jahr konzipiert und mit ihrem Ehemann Heinz Hoenig gestartet hat. „Lehrer, aber auch Eltern sind oft hilflos, aber auch die Schüler selbst“, weiß Annika Hoenig. Kaum jemand in jungen Jahren ist selbstbewusst genug, mit offenen Hänseleien auf dem Schulhof umzugehen, schon gar nicht mit anonymen Beschimpfungen oder Verleumdungen über soziale Medien. Dabei, so die beiden, sei jedes Kind dankbar, wenn ihm geholfen werde.

Um über das Thema Mobbing aufzuklären und zu zeigen, wie junge Menschen damit umgehen können und sollten, hat sich Annika Hoenig die Figur Paula Pummelfee ausgedacht. Sie ist Titelheldin eines Kinderbuches. Bei Lesungen in Grundschulen und Kindergärten bringt sie den Mädchen und Jungen dieses schwierige, aber aktuelle Thema auf kindgerechte Art näher.

Anfragen von Schulen

Jetzt waren sie in der Ganztagsschule „Hagenberg“ in Gernrode zu Gast. Gespannt lauschten die 20 Schüler einer fünften Klasse der Geschichte über Paula Pummelfee. „Bei dem anschließenden Austausch rund um das Thema Mobbing teilten uns einige Schüler ihre Erfahrungen als Betroffene mit. Das zeigt uns, dass unsere Paula ein guter Ansatz sein kann, um aufzuklären, zu sensibilisieren und vielleicht auch ,Türen zu öffnen‘“, so Annika Hoenig.

Für ältere Schüler hat sie gemeinsam mit ihrem Mann, dem bekannten Schauspieler Heinz Hoenig, ein Theaterprojekt ins Leben gerufen, bei dem über einen längeren Zeitraum mit Heranwachsenden ein Stück über Mobbing einstudiert wird. Bereits seit dem Spätsommer vergangenen Jahres proben sie mit einer Gruppe aus der Ganztagssekundarschule „August Bebel“ in Blankenburg die Geschichte von Paula Pummelfee. Geplant ist aber schon eine Fortsetzung dieser Story für Jugendliche: „Sie wird die Gefahren in sozialen Netzwerken, Cyber-Mobbing, aber auch sexuelle Gewalt beeinhalten“, erzählt Annika Hoenig. So gebe es bereits Anfragen von mehrere Schulen, dies umzusetzen.

Jugendliche im Casting

Als Ergänzung zum Buch ist die Geschichte von Paula Pummelfee in Kooperation mit dem „Tonmeister“ Mario Urbach vor wenigen Tagen als Hörspiel aufgenommen worden. Es soll dann mit sogenannten Living Puppets eingesetzt werden, um damit in einen regen Austausch mit den Kindern zu treten.

Als nächstes folgt sogar ein Filmprojekt, für das noch Komparsen gesucht werden. „Wir benötigen für den Film noch Schüler zwischen 10 und 15 Jahren, die eine Schulklasse darstellen sollen“, so Heinz Hoenig. Das Casting, also das Vorsprechen, soll am Sonnabend, 8. Februar, in der „TheaterSchmiede“ in der Poststraße stattfinden. Beginn ist um 10 Uhr. Dafür ist zwingend eine Voranmeldung nötig.

Stücke und Aktionen

Übrigens stehen auch beim Theaterverein „Szene 38“ die Proben für das neue Stück auf dem Programm. Nach dem großen Erfolg ihres „Kessel Buntes“ und der Neuauflage von „Die Irrenanstalt“ steht in der neuen Spielzeit die „Show Revue 2020“ auf dem Plan - mit zehn Veranstaltungen zwischen Juni und November. Spielstätte bleibt dabei das Alte Schützenhaus in der Friedensstraße, wie Annika Hoenig erklärt, die auch weiter Vereinsvorsitzende ist. Darüber hinaus sollen aber auch in der TheaterSchmiede in der Poststraße verschiedene Aktionen stattfinden, so unter anderem Theater-Workshops für Kinder und Erwachsene, Lesungen sowie thematische Abende.

Anmeldungen für das Casting unter Telefon (01 76) 99 56 93 24 oder der E-Mail-Adresse paulapummelfee@gmx.de.