Wernigerode l Eine spezielle Mischung aus Ziegenjoghurt und griechischem Joghurt, marmoriert mit Heidelbeeren und von Schokoladenstückchen gekrönt. Die eiskalte Köstlichkeit trägt den Namen „Edelweiß“. Damit will Claudia Trotta aus Wernigerode beim Gelato Festival überzeugen.

Beim Deutschlandfinale der Eismeisterschaft, welches am 1. und 2. Juni in Berlin ausgetragen wird, wetteifern die besten 16 besten Eismacher um die Gunst der Jury. Für Claudia Trotta eine besondere Herausforderung.

Kreiert hat die gebürtige Schweizerin ihr Edelweiß-Eis zusammen mit ihrem Mann Giovanni Santin – extra für das Festival. Bei der Vorrunde in Hamburg haben sie damit schon Begeisterung bei den Experten ausgelöst und sich für das Finale in Berlin qualifiziert.

Fruchtige Experimente

Sie hätten sich bei ihrer Kreation bewusst für die Verwendung von Ziegenjoghurt entschieden. „Viele Leute haben Probleme mit Allergien“, begründet Claudia Trotta. Ziegenjoghurt sei gut verträglich. Aber dafür nicht ganz so cremig wie andere Produkte. Deshalb wird griechischer Joghurt untergemischt – und das im richtigen Verhältnis. „Denn zu viel Ziegenjoghurt schmeckt scharf.“ Auch bei der Auswahl der geeigneten Frucht vertrauten die Eismacher ihrem Gaumen. „Wir experimentieren gern.“ Mehrere Früchte waren in der engeren Wahl. „Wir haben es zum Beispiel mit Mandarinen probiert, uns dann aber für Heidelbeeren entschieden“, verrät Claudia Trotta. „Das schmeckt viel besser.“

Die Wochen vor dem Deutschlandfinale des Gelato Festivals nutzen Claudia Trotta und ihr Mann Giovanni, um zu üben und um an der Rezeptur zu feilen. „Wir schauen, ob wir unser Eis noch verbessern können.“ Denn beim Wettbewerb auf dem Berliner Alexanderplatz müssen die Eismacher nicht nur eine Expertenjury überzeugen. Das Urteil des Publikums und einer Kinderjury fließt ebenfalls in die Entscheidung ein. Der Hersteller der beliebtesten Eissorte darf mit ein bisschen Glück zum Finale des Gelato Festival World Masters 2021 reisen.

In Wernigerode heimisch

Was das Handwerk der Eisherstellung betrifft, ist Claudia Trotta nicht unbeleckt, sondern schon lange ein Profi. Das Eismachen hat die sympathische Schweizern von Ehemann Giovanni gelernt. Mit ihm betreibt sie in Wernigerode zwei Eisdielen. Seit 1995 lebe sie in der bunten Stadt, sei hier längst heimisch. „Wir fühlen uns hier richtig wohl.“

Und hat sie Lampenfieber vor dem großen Auftritt in der deutschen Eishauptstadt? „Aufgeregt bin ich schon“, sagt Claudia Trotta. „Aber mein Mann und meine Familie unterstützen mich, wo es nur geht.“ Welche Chancen rechnet sie sich beim Gelato Festival aus? Claudia Trotta lacht. „Dabeisein ist alles, sagt man doch. Aber natürlich hoffe ich, weiter zu kommen.“

Weltmeister

Hintergrund: Das Gelato Festival wurde von Gabriele Poli ins Leben gerufen. Der toskanische Unternehmer richtete das Festival 2010 erstmals in Florenz aus. Nach dem Erfolg der ersten Veranstaltungen beschlossen Poli und seine Mannschaft, das Festival und damit die Suche nach dem besten Eis zu erweitern – zuerst auf andere italienische Städte und dann auf die europäischen Großstädte. 2017 überquerte das Gelato Festival den Atlantik und tourte bis in die USA. Inzwischen wird es sogar in Japan ausgerichtet. Ansporn für alle Teilnehmer ist die mögliche Qualifikation für das Gelato World Master Festival, wo der begehrte Weltmeistertitel verliehen wird.