Ilsenburg l Haben einer oder mehrere Wölfe in einem Waldstück in Richtung des Ilsenburger Berghotels drei Schafe aus einer dort weidenden Herde gerissen? In der Ilsenburger Stadtverwaltung sei der Sachverhalt nur vom Hörensagen bekannt, wie Bürgermeister Denis Loeffke (CDU) mitteilte. Da es sich aber offensichtlich um einen Einzelfall handele, bestehe momentan für ihn kein Grund zum Handeln. „Jüngste Gerüchte besagen, dass es sich nicht um einen Wolfsriss, sondern um das Werk eines oder mehrerer Luchse gehandelt haben kann“, erklärte Loeffke weiter. Ein Gespräch mit einem Mitarbeiter des Nationalparks zu diesem Sachverhalt habe es allerdings noch nicht gegeben, so Ilsenburgs Stadtchef weiter.

Vermutlich Luchsriss

Ole Anders, Leiter des Luchs-Projektes im Nationalpark Harz, vermutet statt des Wolfs eher die Raubkatze als Verursacher. „Uns ist der Sachverhalt bekannt. Eine Nationalpark-Mitarbeiterin war vor Ort und hat die Spuren gesichtet. Wie es sich darstellt, wurden die Tiere von einem Luchs gerissen“, sagte Anders gegenüber der Volksstimme. Es habe sich auch nicht um drei, sondern um sechs Schafe gehandelt. „Zwei von ihnen können bei dem Angriff durchaus geflohen sein und irren jetzt irgendwo durch den Wald“, sagt Anders.

Zum Thema Wolf im Harz erklärte der Biologe: „Es ist nicht ausgeschlossen, dass immer mal wieder ein einzelner Wolf durch den Harz zieht. Das liegt absolut in der Natur der Tiere. Hinweise, dass hier ein Rudel heimisch geworden ist, gibt es allerdings nicht. Allein aufgrund des Luchs-Projekts sind im gesamten Harz 60 Fotofallen für das Wildmonitoring aufgestellt. Der letzte Wolf ist vor etwa zwei Jahren in eine solche Falle getappt und wurde fotografiert.“ Die Aufnahme entstand im Bereich Ballenstedt/Meisdorf. „Seitdem gibt es keine objektiven Beweise für den Aufenthalt von Wölfen im Harz“, so Anders.