Wernigerode l „Wernigerode wird als Einkaufsstadt wahrgenommen.“ Das sagte Eddy Donat, als er vor der Kaufmannsgilde der Stadt die Einzelhandelsanaylse für 2018 vorstellte. Der Wirtschaftsexperte von der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) betonte bei seiner Präsentation, dass kaum eine andere Innenstadt vergleichbarer Größe eine so gute Versorgung für den kurz- und mittelfristigen Bedarf biete. Dazu zählen einerseits Nahrung, Putz- und Reinigungsmittel, Drogeriewaren und Zeitungen, zum anderen Bekleidung und Elektrotechnik.

Mit 200 Einzelhändlern verfüge Wernigerodes Innenstadt über „eine tolle Ausgangslage“, so der GMA-Niederlassungsleiter in Dresden. Wie eine Umfrage des Forschungs- und Beratungsinstitutes ergab, zieht das Zentrum Besucher auch aus anderen Harzstädten an. So kauften jeder fünfte Goslarer und zwei Drittel der Nordharzer gelegentlich in der Wernigeröder Innenstadt ein. In Quedlinburg, Thale, Osterwieck und Ilsenburg gaben sogar alle Befragten an, in der bunten Stadt am Harz zu shoppen.

Touristen bringen Umsatz

So ließe sich erklären, dass die Händler fast die Hälfte ihres Umsatzes – knapp 116 Millionen Euro – durch Gäste aus dem Umland und Touristen erzielen. Auf diese Sogwirkung spielte auch Peter Gaffert an. „Wenn wir ein gutes Angebot haben, ist der Einzelhandel in einer Touristenstadt wie unserer nicht durch Zalando oder Amazon zu ersetzen“, sagte der parteilose Oberbürgermeister.

Die Wernigeröder selbst geben 79 Prozent ihres Geldes in der eigenen Stadt aus, erläuterte Donat weiter. Der Rest fließe vor allem nach Halberstadt, Braunschweig und in den Onlinehandel.

Die Kaufkraft der Einwohner liege bei rund 4100 Euro pro Kopf und Jahr. Damit erreicht die bunte Stadt am Harz knapp 92 Prozent des Bundesschnitts – und liegt vor Quedlinburg, Halberstadt und Blankenburg, aber hinter Salzgitter und Osterode, geht aus der GMA-Analyse hervor. Über das Konzept, das die Marktforscher aus der Analyse entwickelt haben, sollen die Stadträte diskutieren. Über den Entwurf, mit dem Wernigerode seine Position als Shopping-Standort stärken möchte, wird demnächst im Bauausschuss gesprochen.