Blankenburg l Die Blankenburger Wohnungsgesellschaft (BWG) wird drei der vier bei der Hausexplosion im Dezember betroffenen Wohnblöcke im Wohngebiet Regenstein abreißen. „Die bauliche Struktur ist durch die Explosion dermaßen beeinträchtigt worden, dass es wirtschaftlich keinen Sinn macht, die Blöcke zu sanieren“, erklärt BWG-Geschäftsführer Thomas Kempf nach Auswertung der Expertisen von Statikern. Darüber hinaus habe sein Unternehmen ohnehin mit einem hohen Leerstand in dem Wohngebiet zu kämpfen, so dass ein Rückbau durchaus Sinn mache. Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung haben diesen Vorhaben zugestimmt, so Kempf. Nun würden  Ingenieur-Büros mit der Abrissplanung beauftragt. Bis Ende September sollen die notwendigen Unterlagen vorliegen.

„Somit können wir die Wintermonate für die Ausschreibung nutzen und im Frühjahr mit dem Abriss beginnen“, so die Überlegungen des BWG-Geschäftsführers. Zugute kommen dem kommunalen Wohnungsunternehmen, dass es bei diesem Projekt auf keine Fördermittel angewiesen ist. „Das Verhandlungsergebnis mit der Versicherung hat uns in die Lage versetzt, diese Entscheidungen so treffen zu können. Aus der Entschädigung kann somit auch der Abriss bezahlt werden“, erläutert Thomas Kempf. Die Kosten für den Rückbau der drei fünfgeschossigen Wohnblöcke setzt er mit etwa 400.000 Euro an. Wie die dann entstandene Lücke wieder baulich geschlossen wird, darüber soll in der zweiten Jahreshälfte entschieden werden. „Eine komplette Bebauung wird dort aber definitiv nicht stattfinden“, blickt er schon voraus.

Ingesamt waren von der Explosion, die sich am Morgen des 13. Dezember vergangenen Jahres ereignet hatte, drei Hauseingänge mit insgesamt 42 Wohnungen betroffen. 50 Bewohner mussten mehrere Tage, einige sogar mehrere Monate, in Ausweichquartieren untergebracht werden.

Der Eingang Nummer 4 mit seinen zehn Wohnungen ist von den Abrissplänen derweil nicht betroffen. Er kann stehenbleiben, so Kempf. An jenem Gebäude war erst kürzlich ein Fahrstuhl angebaut worden. Aktuell ist die BWG dabei, die dortigen Wohnungen zu sanieren und barrierearm umzubauen. Sie sollen ab 1. August bezugsfertig sein.

Wie Oberstaatsanwalt Hauke Roggenbuck auf Volksstimme-Nachfrage erklärte, sind die strafrechtlichen Ermittlungen zu dem Unglück inzwischen eingestellt worden. Sie hatten sich dabei gegen die beiden Bewohner der Unglückswohnung gerichtet, wobei der 78-jährige Mieter bereits direkt durch die Detonation einer Gasflasche gestorben war. Seine 76-jährige Gattin war Ende März ihren schweren Verletzungen erlegen. Laut Roggenbuck ist davon auszugehen, dass die Explosion aus dem Inneren jener Wohnung erfolgt sei. „Es konnte kein dritter Verantwortlicher gefunden werden, da sich nachweislich nur die beiden in der Wohnung aufgehalten hatten“, so der Oberstaatsanwalt, der damit die Strafakte zugeklappt hat.