Blankenburg l Aufatmen bei vielen Patienten in Blankenburg, Heimburg, Hüttenrode und andernorts: Ab 1. August wird die Hausarzt-Praxis von Dr. Gerhard-Uwe Marquard vom Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) Nordharz GmbH übernommen und in gewohnter Form weitergeführt. Damit sind die Weichen gestellt, dass Dr. Gerhard-Uwe Marquard in den wohlverdienten Ruhestand gehen kann und sich seine Patienten in der ohnehin angespannten Lage keinen neuen Hausarzt suchen müssen.

Bis Ende September wird Dr. Marquard die Sprechstunden noch persönlich abhalten. „Es wird einen fließenden Übergang geben, die Patientenversorgung läuft wie gewohnt weiter“, kündigten der Facharzt und die beiden Geschäftsführer des MVZ, Stefan Andrusch und Ulrich Heucke, an. Für die Patienten werden auch die beiden langjährigen Arzthelferinnen Ines Fabian und Kerstin Günther weiterhin da sein. „Sie sind super eingearbeitet und kennen die Abläufe“, so Stefan Andrusch. Deshalb seien die Kolleginnen selbstverständlich übernommen worden. Auch an den Sprechzeiten werde sich nichts ändern. „Auch wenn Dr. Marquard in den Ruhestand gegangen ist, werden wir die Praxis in dem Umfang weiterführen. Unser Ziel ist es, dort feste Ansprechpartner zu haben“, erklärt Ulrich Heucke.

Zeit für Hobbys

Dies sei nicht zuletzt für die vielen älteren Patienten wichtig, die dort betreut werden - nicht nur in den Räumen im Adolf-Ledebur-Ring 5, sondern auch bei den Hausbesuchen und der Betreuung in den Blankenburger Pflegeheimen. Dies betreffe, so Dr. Marquard, im Durchschnitt rund 1000 bis 1100 Patienten - pro Quartal.

Marquard, der aus Hagenburg am Steinhuder Meer stammt, hatte die Praxis in der Oesig im Jahr 2011 übernommen. Nun freut sich der Mediziner, dass es mit dieser Nachfolgeregelung geklappt hat und er ab Oktober noch intensiver seinen Hobbys nachgehen kann.

Glücksfall für das MVZ

„Ich engagiere mich seit Jahren im Anglerverein und züchte seit fünf Jahren Brieftauben“, verriet Marquard. Diesem Hobby wolle er sich nun vereinsmäßig noch stärker widmen. „Das wird ein Vollzeit-Job“, blickt er schon erwartungsvoll voraus. Aber vor allem wolle er natürlich mehr Zeit mit seinen drei kleinen Enkeln verbringen.

Auch für das MVZ ist die Praxisübernahme ein Glücksfall: Ende vergangenen Jahres hatte Dr. Henrik Straub aus Derenburg den Kontakt vermittelt. „Und das passte genau in unsere Entwicklungsperspektiven hinein“, erklärte Stefan Andrusch. Die beiden niedergelassenen Mediziner aus Halberstadt hatten mit neun weiteren Kollegen aus dem gesamten Harzkreis vor anderthalb Jahren die Idee, ein MVZ zu gründen, um die Facharztversorgung in der Region zu stabilisieren und Nachwuchs zu gewinnen. „Wir hoffen vor allem, junge Kollegen zu bekommen, die vielleicht noch Angst haben, sich als selbstständige Mediziner niederzulassen.“

Flexible Arbeitszeiten

Ihr Modell biete flexible Arbeitszeiten und hege einen Anspruch auf Qualität. „Uns geht es nicht um Massenabfertigung, sondern um eine gute Facharztmedizin“, so die beiden. Dies sei zum einen im Interesse der vielen Patienten in der Region. Zum anderen biete es auch Möglichkeiten, Nachfolger für die eigenen Praxen zu finden.

So hätten sie sich auf die Fahnen geschrieben, aktiv auf Medizinstudenten zuzugehen und ihnen die Vorzüge eines Jobs im Harz schmackhaft zu machen: „Wir zeigen ihnen, dass es hier Spaß macht zu arbeiten und wie schön es hier ist. Viele haben ja den Osten erst gar nicht auf dem Schirm“, haben die beiden erfahren müssen. Umso wichtiger sei es, solche Angebote zu unterbreiten. „Wir sind recht zuversichtlich, dass uns das gelingt.“ Die Praxis in der Oesig ist übrigens die zweite des MVZ. Im Mai hat die Gemeinschaft bereits die Arztpraxis in Zilly übernommen.

Zweite Praxis übernommen

Aktuell sind dort zwei Ärzte und zwei weitere Arzthelferinnen angestellt. Perspektivisch könnte sich auch die Raumsituation im Adolf-Ledebur-Ring noch verbessern. Wie Stefan Andrusch und Ulrich Heucke erklärten, sind sie mit der Blankenburger Wohnungsgesellschaft im Gespräch, die nach dem Abriss mehrerer Wohnblöcke in direkter Nachbarschaft dort einen modernen Neubau errichten möchte.

Doch das ist vorerst noch Zukunftsmusik. Da wichtigste für die Patienten ist die Aussage der beiden MVZ-Chefs: „Die Praxis bleibt hier in der Oesig.“