Drei Annen Hohne l Das Naturerlebnis-Zentrum Hohnehof hat sich zu einem Besuchermagneten entwickelt. In der zwischen Wald und Bergwiesen gelegenen Nationalpark-Einrichtung werden pro Jahr 25.000 Gäste begrüßt. Wanderer und Touristen können in einem neuen Nebengebäude nun noch mehr Einblicke in die Harzer Wildnis erhaschen. Das 1,65 Millionen Euro teure Mehrzweckhaus aus Beton mit Holzverkleidung ist am Montag offiziell eröffnet worden – nach mehr als drei Jahren Bauzeit. An dem Projekt waren laut Nationalpark-Verwaltung 15 Firmen aus Sachsen-Anhalt unter Federführung des Landesbetriebs für Bau- und Liegenschaftsmanagement beteiligt.

Der optisch an das direkt nebenan gelegene Haupthaus angelehnte Neubau bietet Platz für Ausstellungs- und Seminarräume, Arbeitszimmer und Umkleiden für die Ranger des Naturschutzgebietes sowie eine Bastelwerkstatt. Im Obergeschoss befinden sich dazu vier kleine Wohneinheiten für Gäste, die zeitweise am Hohnehof oder im Nationalparkgebiet arbeiten, wie die Absolventen eines Freiwilligen Ökologischen Jahres. Noch ist das Haus nicht vollständig eingerichtet. Die aktuelle Ausstellung zu Luchs und Borkenkäfer wird nur vorübergehend zu sehen sein. Die Parkverwaltung erarbeitet in einem nächsten Schritt eine dauerhafte Schau mit eigenen Themenschwerpunkten.

Sechs statt bisher drei Ranger

Die neuen Angebote stießen bereits auf reges Interesse: „Für den Seminarraum liegen schon Buchungen vor – für ein Projekt mit Thüringer Kollegen aus dem Nationalpark Hainich und Studenten der Hochschule Harz“, berichtet Henning Möller bei der Einweihung. Der langjährige Leiter der Nationalparkwacht im sachsen-anhaltischen Teil des Schutzgebiets, der bislang die Nationalparkhäuser im Ilsetal und in Schierke sowie die Rangerstation Scharfenstein betreute, tritt die Nachfolge von Irmtraud Theel als Leiter des Hohnehofs an. Neben Möller sollen nun sechs statt bisher drei Ranger ihren Dienst in der Station nahe Drei Annen Hohne versehen.

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Das Naturerlebnis-Zentrum habe sich seit seiner Eröffnung 2011 zu einem Musterbeispiel für Umweltbildung entwickelt, würdigt Claudia Dalbert bei der Eröffnung des Neubaus. Sachsen-Anhalts bündnisgrüne Umweltministerin weiter: „Wer auf dem Hohnehof mit allen Sinnen die Natur erlebt, wird sie schützen und respektieren.“

Löwenzahnpfad wird erweitert

Deshalb sei die Investition in den Neubau umso wichtiger gewesen. Weitere soll folgen. „Über die Artensofortförderung unterstützen wir mit 47.000 Euro bis Anfang 2021 die Erweiterung des Löwenzahnpfads um eine Totholz- und Wildnisstation“, verspricht Dalbert weiter.

Der Hohnehof als Schnittstelle „zwischen den neuen Fichtenwäldern ganz in der Nähe und der Kulturlandschaft“ bei Drei Annen Hohne sei für den Nationalpark Harz von besonderer Bedeutung, ergänzt Parkchef Andreas Pusch. Dementsprechend lange hätte die Verwaltung mit dem Gedanken gespielt, das alte Nebengebäude zu sanieren, in dem sich einst der Sitz des ehemaligen Revierförsters, Ferienwohnungen und ein Pferdestall befanden. Doch das Gebäude aus dem 17. Jahrhundert „befand sich in so schlechtem Zustand, dass Abriss und Neubau einfach wirtschaftlicher waren“, erläutert Pusch.