Elbingerode l Ausdrücklich begrüßt wird inzwischen von allen Beteiligten der nun rund zwei Monate anhaltenden Debatte um Fledermausschutz und Pflege des denkmalgeschützten bergbaulichen Erbes im früheren Bergwerk Büchenberg bei Elbingerode. Nach dem Verein der Bergbaufreunde Elbingerode/ Harz um Frank Peters sprachen sich auch der Fledermausexperte des Landes, Bernd Ohlendorf, und die Stadt Oberharz am Brocken für solche Gespräche aus.

Die Untere Naturschutzbehörde um Sachgebietsleiter Guido Harnau bei der Landkreisverwaltung Harz signalisierte jetzt ebenfalls ihre Gesprächsbereitschaft. Damit sind fast alle Betroffenen „im Boot“, getan hat sich in der Sache allerdings noch nichts.

Immerhin werden solche Gespräche „zur Vereinbarkeit der montangeschichtlichen Untersuchungen und Dokumentationen mit dem Schutzzweck der Verordnung zum Naturschutzgebiet und dem Besonderen Artenschutz ausdrücklich begrüßt“, heißt es klar und deutlich in der Antwort der Unteren Naturschutzbehörde auf eine Volksstimme-Anfrage.

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Tierrschutz geht vor Stollenbegehung

Der Behörde sei allerdings kein von Bernd Ohlsdorf ausgesprochenes Verbot des Betretens von Schächten bekannt, aber: „Laut der geltenden Naturschutzgebiets-Verordnung besteht ein generelles Verbot des Betretens sämtlicher Stollen, mit Ausnahme derjenigen Stelleneingangsbereiche, die öffentlich zugänglich sind, wie zum Beispiel der Kranzstollen“, wird in der Stellungnahme festgehalten. Es gibt Ausnahmen, die aber der Genehmigung bedürfen, aus Gründen des Tierschutzes, auch wegen der Unfallgefahr untertage, wie Fachleute sagen. Für die bisweilen kritisierten Einsätze der Fledermausschützer untertage seien die Genehmigungen ordnungsgemäß beantragt und erteilt worden.

„Über montangeschichtliche Tätigkeiten in den nichtöffentlich zugänglichen Stollen entscheidet entsprechend der Verordnung die zuständige Behörde; hier: die Untere Naturschutzbehörde“, so informierte die Kreisverwaltung weiter.

Danach liegt der Büchenberg im Naturschutzgebiet „Stollensystem Büchenberg bei Elbingerode“ und ist Bestandteil des Natura 20090-Gebietes, gemäß der europäischen Schutzes für Fauna, Flora, Habitate (FFH-Gebiet Nr. 0081).

Fledermäuse sollen sich in Büchenbe

Die Festsetzung dieses starken Schutzes sei vor allem zum Zwecke der Erhaltung, Wiederherstellung und Entwicklung der im Gebiet überdurchschnittlich bedeutsamen Fledermausbestände in den durch ehemalige bergbauliche Tätigkeiten entstandenen Quartieren erfolgt, die gleichzeitig montangeschichtlich bedeutsam sind, wie die Untere Naturschutzbehörde weiter anmerkt.

All diese Schutzbelange und die Arbeit der Bergbaufreunde untertage seien durchaus vereinbar, schätzt Vereinschef Frank Peters ein. Seine Bergbaufreunde wollen demnächst den nötigen Antrag für eine geordnete montangeschichtliche Tätigkeit untertage im Sinne der Vorschriften stellen, wie er ankündigte.

Fachgespräch im Frühjahr

Vorher sollte es aber nun das vielfach von allen Seite geforderte und vorab begrüßte Gespräch der Betroffenen wirklich geben. Nicht als Runder Tisch, aber als Fachgespräch, wie Ralf Melzer aus Elbingerode signalisiert. Dann könnten Meinungsverschiedenheiten ausgeräumt und die erforderlichen Schritte zur legalen Arbeit für Fledermausschutz und Montangeschichte eingeleitet werden. Der Streit könnte beendet werden, heißt es bei Beteiligten mit Überzeugung und Hoffnung zugleich.

Ralf Melzer ist als Chef im Schaubergwerk Büchenberg vom Streit um Fledermausschutz nicht betroffen, gilt als neutraler Bergbaukenner und wurde deshalb vom Verein der Bergbaufreunde Elbingerode gebeten, so ein Gespräch zu organisieren.

Melzer nahm die Bitte bereits an. Auch das Bergamt sei einzubeziehen und müsse dabei sein, fügte Melzer am Mittwoch gegenüber der Volksstimme hinzu. Das Fachgespräch sei in Arbeit. Es solle noch in diesem Frühjahr stattfinden.