Heimatgeschichte

Neue Haltestelle für Bergbauzeitreise an der Heimatstube Elbingerode

Eine Informationstafel und Gesteinsbrocken erinnern an der Heimatstube in Elbingerode an die „Grube Einheit“. Möglich und sinnvoll wäre aber noch mehr, sagen die Initiatoren – ein Montanmuseum für die Region.

Von Katrin Schröder
An der Heimatstube Elbingerode erinnert seit kurzem eine Tafel an die Geschichte des Harzer Bergbaus Von links: Dieter Fehsecke und Günther Breutel, Herbert Zange, Michael Mahlke  und Wolf-Günter Lübke.
An der Heimatstube Elbingerode erinnert seit kurzem eine Tafel an die Geschichte des Harzer Bergbaus Von links: Dieter Fehsecke und Günther Breutel, Herbert Zange, Michael Mahlke und Wolf-Günter Lübke. Foto: Katrin Schröder

Elbingerode - Eine neue Informationstafel und vier große Gesteinsbrocken begrüßen seit kurzem Besucher der Heimatstube Elbingerode am Steinweg. „Für Außenstehende sind das nur Steine“, sagt Herbert Zange. Für den früheren Betriebsleiter und nach der Wende Geschäftsführer der Grube Einheit sind sie aber weit mehr: Das Gestein zeugt von der Geschichte des Harzer Bergbaus. Den gleichen Zweck erfüllt eine Informationstafel, die die Mitarbeiter der Heimatstube in Zusammenarbeit mit den ehemaligen Bergleuten Herbert Zange und Michael Mahlke erarbeitet und aufgestellt haben.

Die Gesteinsbrocken sind ebenfalls Teil der Bergbaugeschichte geworden. „Man hat sie am Weg an der Grube Einheit aufgestellt“, berichtet Zange. Von ursprünglich 20 blieben nur wenige übrig, die lange unbeachtet vor dem Bergwerk liegen blieben. Daher sprach Zange Günther Breutel von der Elbingeröder Heimatstube an, ob sie zwei Pyritbrocken übernehmen möchten. Auf Nachfrage des Heimatstuben-Mitarbeiters Dieter Fehsecke übernahm der städtische Bauhof den Transport. „Durch die Witterung waren die Steine sehr vermoost und verdreckt“, sagt Breutel. Daher strahlten die Bauhof-Mitarbeiter das Gestein in der Werkstatt ab, zum Schutz wurde es mit Klarlack eingesprüht.

Um das Bild zu komplettieren, steuerte der Vorsitzende der Elbingeröder Bergbaufreunde, Frank Peters, einen Roteisenbrocken aus der Grube Büchenberg bei. Wolf-Günter Lübke vom Heimatstuben-Team organisierte Kalkstein aus dem Elbingeröder Tagebau.

Aufsteller neu genutzt

Die Frage war nun, wie die Steine angemessen präsentiert werden sollten. Da erinnerte sich das Heimatstuben-Team an einen hölzernen Aufsteller, der jahrelang ungenutzt am Ortseingang von Elbingerode stand. Die Stadtverwaltung als Eigentümerin gab grünes Licht für Demontage und Abtransport – was ein hartes Stück Arbeit war, da das Holzgerüst in Beton verankert war, berichtet Günther Breutel. Beim Transport half wieder der Bauhof aus, bei der Aufstellung erhielt das Heimatstuben-Team spontan Unterstützung von Bauarbeitern, die in der Nähe beschäftigt waren.

Für die Texte zeichnen Zange und Mahlke verantwortlich. In knapper Form erläutern sie die Geschichte des Harzer Bergbaus in den drei Abbaugebieten, aus denen die ausgestellten Steine stammen, sowie Eigenschaften und Besonderheiten der Mineralien. „Unser Ziel ist es, dass wir die Elbingeröder an die Lebensgrundlagen von einst erinnern“, sagt Günther Breutel.

Wenn es nach Herbert Zange und Michael Mahlke geht, wäre das aber noch nicht das Ende der Fahnenstange. Angesichts der langen Bergbautradition brauche Elbingerode aus ihrer Sicht ein eigenes Montanmuseum, darin sind sich beide einig. Sehenswerte Exponate aus der früheren Sammlung des Besucherbergwerks „Drei Kronen & Ehrt“ könnten gezeigt werden.

Schlummernde Schätze

Zudem hätten viele ehemalige Bergleute Zeugnisse ihrer Zeit unter Tage aufbewahrt, etwa Arbeitsgeräte, Kunstgegenstände und Mineralien. Gerade letztere liegen Michael Mahlke am Herzen. „In den Kellern schlummert sicherlich einiges“, sagt der ehemalige Grubensteiger und Vorsitzende des Fördervereins für das 2015 geschlossene Besucherbergwerk. Es wäre „jammerschade“, diese Zeugnisse der Geschichte nicht zu zeigen. „Gerade hier ist der Bergbau zu Hause. Das sollte man erhalten.“ Die Zeit dränge, sagt Herbert Zange: Noch könnten ehemalige Bergleute beim Aufbau eines Museums helfen. Sei ihr Wissen erst verloren, werde es für spätere Generationen schwer.

Grundsätzlich sei die Einrichtung eines Museums denkbar, sagt Oberharz-Bürgermeister Ronald Fiebelkorn (CDU) auf Volksstimme-Nachfrage. Freie Räume gebe es im städtischen Gebäude in der Ernst-Grube-Straße, in dem unter anderem Stadtjugendpflege und Archiv untergebracht sind. Nicht so einfach zu lösen sei die Frage, wie der Betrieb abzusichern wäre: „Darüber müsste man sprechen.“

Diese Mineralienbrocken ergänzen die neue Schautafel zur Harzer Bergbaugeschichte. Von links: Pyrit, Kalk, Roteisen, Kalk.
Diese Mineralienbrocken ergänzen die neue Schautafel zur Harzer Bergbaugeschichte. Von links: Pyrit, Kalk, Roteisen, Kalk.
Foto: Katrin Schröder