Stiege l Einwohner sowie Touristen können wieder einen freien Blick auf den Stieger See genießen. „Die Anwohner und die Treckerfreunde um Dirk Wagner haben großen Einsatz getätigt. Sie haben das Ufer und den Wanderweg freigeschnitten sowie die Bänke wieder begradigt und gesäubert, sie somit wieder sitzbar gemacht“, freut sich der Stieger Ortschronist Lothar Kallmeyer, der den Arbeitseinsatz begleitet hat.

„Dies ist nicht ihre Aufgabe, aber sie sind schon jahrelang im Einsatz, weil sie es nicht mit ansehen wollen, dass der See langsam, aber sicher zuwächst“, erklärt er. „Zusätzlich sorgen sie für mehr Verkehrssicherheit, da man beim Befahren der Lange Straße in Richtung Marktplatz vor der Brücke den Gegenverkehr nicht einsehen kann, wenn die Sträucher nicht gekürzt werden.“ Auch der zum See zeigende Teil des Grundstücks der ehemaligen Schule sei vom Unkraut befreit worden, „damit das schöne Gebäude, wenn auch leerstehend, wieder ansehnlich ist“.

Kritik ist bekannt

Bei aller Freude und Dankbarkeit für den freiwilligen Einsatz der Stieger wundert sich der Ortschronist jedoch über die Zuständigkeit. „Nach meiner Meinung wäre all dies Aufgabe des Bauhofs“, stellt Lothar Kallmeyer in den Raum. „In Hasselfelde sehe ich oft die Beschäftigten des Bauhofs bei Mäharbeiten, in Stiege kaum.“

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Bauamtsleiter Michael Kubocz weiß um die Kritik aus den Orten. „Momentan können wir uns aussuchen, von wo wir Beschwerden entgegennehmen wollen“, sagt er. „Es gibt in allen Ortsteilen das Pro­blem, dass wir viele Sachen noch nicht gemacht haben.“ Denn die Anzahl der Mitarbeiter und kurzfristige Einsätze brächten die Planungen derzeit stark durcheinander. „Wir kommen momentan kaum hinterher mit dem Mähen, weil wir auch andere Probleme hatten und haben. Wir sind zum Beispiel immer noch mit den Aufräumarbeiten auf den Schotterstraßen in Rübeland beschäftigt“, gibt Kubocz zu bedenken. Auch der Hangabrutsch in Neuwerk beschäftige den Bauhof. „Das sind alles Dinge, die dazwischen kommen.“

Stadt kommt an Grenzen

Er bitte die Bürger daher um Geduld. „Die Leute, die wir haben, sind mit der vorhandenen Technik unterwegs und springen momentan von Ort zu Ort“, sichert er zu. Auch Stiege komme noch an die Reihe. Der Einsatz der freiwilligen Helfer am Wochenende sei zudem mit dem Ortsbürgermeister abgestimmt gewesen, der Bauhof habe am Montag das geschnittene Grün abgeholt.

Doch Lothar Kallmeyer treibt noch eine weitere Frage um. „Sollte dafür nicht das Geld der vereinnahmten Kurtaxe verwendet werden? Denn andere Verwendung sehe ich in Stiege nicht aus diesen Geldern. Die Urlauber sollten sehen, wofür sie diese Kurtaxe zahlen“, meint er.

Alle partizipieren an der Kurtaxe

„Wir investieren die Kurtaxe bedarfsgerecht in alle Ortsteile“, bezieht Thomas Schult, Leiter des Tourismusbetriebs der Oberharz-Stadt, Stellung. „Ich habe zum Beispiel diese Woche einen Termin mit dem Ortsbürgermeister in Stiege, um gemeinsam zu besprechen, wo Unterstützung benötigt wird.“ Auch für die engagierten Treckerfreunde sei der Betrieb immer Ansprechpartner, wenn es zum Beispiel um die Beschaffung von Arbeitsmaterial gehe. „Dann bekommen sie in unserem Auftrag eine Einkaufsgenehmigung“, verdeutlicht Schult.

Denn ebenso wie der Bauhof habe auch der Tourismusbetrieb keine unbegrenzte Man-Power. „Wir gehen mit der Arbeitsförderungsgesellschaft im Rotationsprinzip durch alle zehn Ortsteile. Das Problem ist aber, dass der AFG kaum noch Maßnahmen zur Verfügung stehen“, erläutert er. „Und wir können keine Wanderwege mähen, wenn keine Leute da sind.“