Wernigerode l Die Verunsicherung sitzt noch tief bei den Bewohnern der Argenta-Siedlung in Wernigerode. Zuletzt ist es zwar ruhiger geworden, doch die Anwohner fürchten erneute Attacken jugendlicher Steinewerfer.

Eine Gruppe von vier Personen hatte kurz vor Weihnachten immer wieder vom gegenüberliegenden Holtemme-Ufer aus den Wohnpark in Hasserode „bombardiert“, wie es ein Bewohner ausdrückt. Angefangen habe das Ganze am Montag, 16. Dezember. „Zunächst haben wir nur einen lauten Knall gehört“, berichtet der Mann (Name ist der Redaktion bekannt) weiter.

Seitdem hätten sich immer wieder Attacken nach dem gleichen Muster abgespielt, ergänzt Argenta-Bauherr Hartmut Strecker: „Sobald die Dämmerung einsetzte, versammelten sich bei einer Bank am Wanderweg auf der anderen Holtemme-Seite vier Jugendliche.“

Flucht per Mountainbike

Immer seien sie mit teuren Mountainbikes unterwegs gewesen, so Strecker. Die Gruppe hätte die Deckung der Bäume am Waldrand genutzt, um unerkannt scharfkantige Schieferklumpen vom Hang auf Briefkästen, Fenster, Hauseingänge und sogar am Ufer geparkte Baufahrzeuge wie einen Bagger zu schleudern. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis ein Mensch ernsthaft verletzt werde, so Strecker: „Das kann man nicht mehr als nur einen Dumme-Jungen-Streich abtun“, zeigt sich der Bauherr entrüstet.

Am Hasenwinkel hätten die jungen Übeltäter ebenfalls einen Bagger beschädigt. „Immer haben wir einen Typen mit einer blauen Jacke wiedererkannt“, so Strecker. Inzwischen haben die Anwohner die Polizei eingeschaltet.

Versuchte schwere Körperverletzung

Tatsächlich läuft nach einem Zeugenhinweis ein Ermittlungverfahren wegen versuchter schwerer Körperverletzung, bestätigt Uwe Becker. Wie der Sprecher des Polizeireviers Harz erläutert, seien nicht nur Bagger, sondern sogar Anwohner mit Steinen beworfen worden. „Die Zeugen berichteten uns von drei bis vier ähnlichen Vorfällen binnen weniger Tage.“

Als die Beamten am Tatort eintrafen, seien die Jugendlichen in Richtung der Straße Am Eichberg geflüchtet. Polizisten hätten zumindest einmal Kontakt zu den Tätern gehabt und sie „zu Ruhe und Ordnung ermahnt“, ergänzt Polizeirätin Anja Hempel. Die Leiterin des Revierkommissariats Wernigerode sieht am Holtemme-Ufer am Argenta-Wohnpark aber keinen Kriminalitätsschwerpunkt. Im Rahmen der allgemeinen Streifen werde der Bereich jedoch beobachtet. „Wir können Zeugen und Hinweisgebern nur helfen, wenn sie uns zeitnah informieren“, betont Hempel. Nur dann könnten die Beamten eingreifen.