Blankenburg/Tokio l In Deutschland kennt wohl kaum jemand seinen Namen, doch in Japan ist er in aller Munde: Subaru Bartsch-Kimura ist ein Medienstar. Sein Können zeigt der 29-Jährige als Schauspieler, Rapper sowie Synchronsprecher. Bei seinem aktuellen Multimediaprojekt sind die großen Hallen stets ausverkauft.

Dieses Projekt ist eine Mischung aus Trickfilm und Rapp-Musik. Dabei wird eine Fantasiegeschichte erzählt, bei welcher weltweit die Frauen die Oberhand gegenüber den Männern gewonnen haben.

Das Wochenende am 14. und 15. April war für den Medienstar aus Fernost ein ganz besonderes. Subaru besuchte nämlich seinen Geburtsort Blankenburg, in dem er 1990 als Sohn seines Vaters Josua Bartsch und seiner Mutter Katsumi Kimura das Licht der Welt erblickte.

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Hochzeit der Eltern in Michaelstein

Sie kam zu DDR-Zeiten im Jahr 1986 als Auslandsstudentin an die Musikhochschule Leipzig, wo sie ihren Mann kennen lernte. Von 1988 bis 1997 war die Japanerin im Telemann-Kammerorchester beim Kloster Michaelstein Sopran-Solistin. Im Kloster wurde auch geheiratet. Vor 22 Jahren zog die Familie in die japanische Hauptstadt und Millionen-Metropole Tokio.

Grund für die lange Reise in den Harz ist ein Buch, das zum 30. Geburtstag des Künstlers erscheinen soll. Der Titel lautet übersetzt „Subarus Wurzeln“. So kam auch ein Team aus Japan mit nach Blankenburg, das fleißig filmte und fotografierte. Die Aufnahmen sind für das Buch sowie seine Shows vorgesehen.

Alte Schule wiedererkannt

Deutsch hat der Star noch nicht ganz verlernt. „Hier hat sich vieles verändert. Aber ich habe unser damaliges Haus im Fliederweg und die Heinrich-Heine-Schule wiedererkannt“, sagte er. An seiner Schule wurde zum Abschied vor 22 Jahren ein japanischer Sakura-Kirschbaum gepflanzt. Der zeigt sich heute in seiner vollen Pracht.

Auch Subarus Vater kam nach den vielen Jahren von Tokio mit nach Blankenburg. Er ist Professor für Deutsche Sprache und an seiner Musikhochschule in der Zehn-Millionen-Einwohner-Stadt für den Bereich Internationale Korrespondenz zuständig.

„Der heutige Tag ist für mich sehr emotional. Es hat sich fast alles verändert. Mein Junge hatte hier eine schöne Kindheit. Und das Kloster Michaelstein hat seine wunderbare Atmosphäre behalten“, sagte er beim Besuch.

Sprache als größte Umstellung

Die große Umstellung sei für Bartsch im Land der aufgehenden Sonne die Sprache gewesen, die er mittlerweile perfekt beherrscht. „Mit Englisch kommt man dort nicht weit. Die Aussprache ist nicht mal so schwer, die habe ich über das Hören gelernt. Kompliziert ist hingegen die Schrift.“

Subarus Mutter konnte nicht mit nach Blankenburg kommen, da sie zu diesem Zeitpunkt einen Termin in New York hatte. Wann ein erneuter Besuch in der alten Heimat auf dem Plan steht, weiß die Familie noch nicht. Bereits am Montag ging es von Berlin aus zurück nach Tokio.