TourismusSchoko-Festival im Harz: Das erwartet Wernigerode bei Chocolart

Deutschlands größtes Schokoladenfestival ist wieder zu Gast in Wernigerode. Die Chocolart soll Zehntausende Naschkatzen in die Harz-Stadt locken - mit deutlich mehr süßen Angeboten nach zwei Corona-Jahren.

Von Holger Manigk Aktualisiert: 14.10.2022, 17:44
Zum zehnjährigen Jubiläum des Schokoladenfestivals Chocolart in Wernigerode gibt es eine Extra-Praline - Geschmacksrichtung Knuspernougat.
Zum zehnjährigen Jubiläum des Schokoladenfestivals Chocolart in Wernigerode gibt es eine Extra-Praline - Geschmacksrichtung Knuspernougat. Foto: Holger Manigk

Wernigerode - Von seiner Schokoladenseite zeigt sich Wernigerode vom 27. bis 31. Oktober. Nach zwei Corona-Jahren mit einem rein digitalen Format 2020 und der Chocozeit als abgespeckte Variante 2021 kehrt die Chocolart mit ihrer Jubiläumsausgabe zu voller Größe zurück. Für die zehnte Auflage des Festivals versprechen die Organisatoren von der Tourismus GmbH der bunten Stadt am Harz (WTG) einige Neuheiten.

Kern der süßen Verführung ist erneut die historische Altstadt. Vom historischen Rathaus bis zum Nicolaiplatz und Kohlmarkt kann bei 50 Manufakturen, Konditoreien und Confiserien aus sieben Ländern – darunter Italien, Frankreich, Polen, Belgien, Litauen und die Türkei – genascht werden. „Neben Kursen in Kaka-Malerei können Gäste auf dem Marktplatz nun erstmals eine Schokoladen-Graveurin bei ihrer Handwerkskunst bestaunen“, sagt WTG-Veranstaltungsmanager Roman Müller.

Süße Souvenirs für Chocolart-Gäste

Premiere hat ein Souvenir in den Geschmacksrichtungen Vollmilch, Zartbitter und weiße Schokolade, extra entwickelt zum Chocolart-Jubiläum: eine Knuspernougat-Praline aus dem Hause Wiecker. Dazu verkauft die WTG wieder fair gehandelte Stadtschokolade. Auf den als Präsent beliebten Tafeln sind drei Motive der Wernigeröder Künstlerin Sabine Riemenschneider abgebildet. Der Inhalt stammt aus biologischer Landwirtschaft in Ecuador, ist verfeinert mit Vollmilchbutter von Tiroler Bergbauern. Täglich frisch stellt zudem Bäcker Silberbach erneut sein Spezialbrot zum Festival mit Getreide aus dem Harzvorland und fair gehandelter Schokolade her.

„Die Chocolart zählt zu unseren wichtigsten Großveranstaltungen, wir erwarten wie vor der Pandemie rund 100.000 Besucher“, kündigt WTG-Chef Andreas Meling an. Hotels seien für das verlängerte Wochenende mitten in Sachsen-Anhalts Herbstferien bereits gut gebucht.

Parkplätze und Shuttlebusse für Tagestouristen

Tagesgästen in Wernigerode empfehlen die Touristiker zwei Parkplätze: Besucher von außerhalb sollten ihre Autos entweder auf der Rückseite des Bahnhofs an der Feldstraße abstellen und zu Fuß in die Innenstadt schlendern oder auf einer Wiese an der Hasseröder Brauerei parken. „Dazu am besten die Abfahrt Wernigerode-Nord von der Autobahn 36 nutzen. Ein Shuttlebus bringt die Besucher in die Stadt“, erläutert der stellvertretende WTG-Geschäftsführer Müller.

Sein Chef betont: Das Festival passe „wie die Faust aufs Auge“ zu Wernigerode mit seiner mehr als 100-jährigen Schokoladentradition. Diese Geschichte können Einheimische und Touristen bei Stadtrundgängen mit dem Schokoladenmädchen erkunden. Abseits des Marktes locken Restaurants, Geschäfte und Cafés zudem mit speziellen Angeboten am Chocopfad. Beim mitteldeutschen Hersteller Viba an der Breiten Straße können Interessierte eine neue Kakaosorte verkosten, ergänzt Müller: „Sie ist rosa, schmeckt sehr fruchtig.“

Fairer Handel wird wichtiger in Wernigerode

Erstmals einbezogen in das Festival wird zudem der Wernigeröder Bürger- und Miniaturenpark. Im Schafstall auf dem Gelände am Dornbergsweg ist noch bis 6. November die Foto-Ausstellung „Fairer Handel Weltweit“ zu sehen. Das Thema nehme einen immer wichtigeren Raum auf der Chocolart ein, so der WTG-Vizechef. Deshalb geben die Schöpfer der 22 Exponate, Jutta Ulmer und Michael Wolfsteiner, in einer Multivisionsshow Einblick in ihre Erfahrungen bei Kakao-, Tee- und Bananenproduzenten in Afrika, Südamerika und Asien.

Eröffnet wird die Chocolart am Donnerstag, 27. Oktober, um 16 Uhr: Diesmal lässt sich Oberbürgermeister Tobias Kascha (SPD) in Gubor-Schokolade aus der Wergona-Fabrik in Wernigerode aufwiegen. Der Erlös aus deren Verkauf geht an den Verein krebskranke Kinder Harz.

Aus dem Chocolart-Programm:

  • Der Schokoladenmarkt ist bei freiem Eintritt geöffnet: Donnerstag und Montag, 27. und 31. Oktober, 10 bis 18 Uhr; Freitag und Sonnabend, 28. und 29. Oktober, 10 bis 19 Uhr; Sonntag, 30. Oktober, 11 bis 18 Uhr.
  • In einer gläsernen Konditorei auf dem Marktplatz können Kinder täglich um 14 Uhr in einem Kreativ-Kurs ihre eigene Schokoladentafel herstellen.
  • Im Salon du Chocolat der Harzer Schmalspurbahnen zeigt Konditormeister Michael Wiecker die Vielfalt der Schokolade. Die Zugfahrt zum Brocken am Sonnabend, 29. Oktober, kostet 139 Euro pro Person. Eine Reservierung ist erforderlich.
  • Am selben Tag um 19 Uhr steigt im Fürstlichen Marstall die Gourmet-Mulitvisionsshow „Schokolade fair naschen!“. Nach einem schokoladigen Vier-Gänge-Menü zeigen die Fotojournalisten Jutta Ulmer und Michael Wolfsteiner, wie das süße Gold hergestellt wird und wer daran verdient. Tickets für 49 Euro gibt es unter anderem in der Tourist-Information Wernigerode.
  • Die Wergona Schokoladen GmbH bietet an allen fünf Festival-Tagen einen Werksverkauf in ihrer Fabrik im Gewerbegebiet Nord-West an. Über Kakao-Anbau, die Schokoladenherstellung und wirtschaftliche Zusammenhänge können sich Chocolart-Besucher am Freitag, 28. Februar, zum Fair-Trade-Tag informieren. Die Geschäfte der Kaufmannsgilde laden für Sonntag, 30. Oktober, zu einem verkaufsoffenen Sonntag ein.