Oberharz-Stadt l So wechselhaft wie sich der Sommer 2019 zeigt, so schwankend sind die Besucherzahlen der Freibäder in der Region. An einigen Hitzetagen purzelten Besucher-Rekorde, danach verzeichneten die Betreiber wochenlange Flaute. So wird bis Anfang September zwar wahrscheinlich nirgends der Ansturm der Wasserratten aus dem Hitze-Sommers 2018 getoppt, aber dieses Jahr ist kein schlechtes. So sieht die Zwischenbilanz der einzelnen Freibäder der Region aus:

  • Rübeland: „Diese Saison erleben wir eine echte Achterbahn-Fahrt“, sagt Ronald Probek. Wie der Chef des Bodeperle-Fördervereins erläutert, sind von der Eröffnung Ende Mai bis Ende Juli rund 8000 Besucher im Freibad an der Blankenburger Straße registriert worden. Kein Vergleich zu 2018, als insgesamt 18.000 Wasserratten im Höhlenort planschten. „Am Ende landen wir wahrscheinlich bei 10.000 bis 12.000 Gästen – das ist immer noch ein guter Sommer“, so Probek weiter.
    Die wenigsten Besucher seien Rübeländer, vielmehr habe sich das moderne Freibad mit Edelstahlbecken, Breitwellenrutsche und Fass-Sauna zum Geheimtipp für Erfrischungssuchende aus der weiteren Umgebung entwickelt. Der Vorsitzende des 90 Mitglieder starken Vereins, der sich um die Anlage und deren Betrieb kümmert, habe eine weitere Beobachtung gemacht: „Die Leute sind absolut fixiert auf die Marke von 30 Grad Celsius.“ So sei am extrem heißen 30. Juni ein neuer Tagesrekord in der Bodeperle aufgestellt worden: 887 Besucher suchten Abkühlung.
    In Rübeland kann noch bis zum Sonntag, 1. September, gebadet werden. Eine Woche später, am 8. September, wird der Saison-Abschluss mit Modellschiff-Regatta und Senioren-Kaffeetrinken gefeiert.
  • Hasselfelde: Auch im größten und ältesten Freibad der Stadt Oberharz am Brocken war der 30. Juni ein Rekordtag. Schwimmmeisterin Petra Tiebe von der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) verzeichnete rund 800 Badegäste. Während der Hitzewoche im Juli seien mehrmals um die 700 Wasserratten ins Waldseebad geströmt. „So ein paar Tage bräuchten wir noch einmal im August“, sagt Tiebe.
    Bei 3271 Besuchern im Juni und 4100 im Juli spricht sie dennoch von einem „durchschnittlichen bis guten Sommer“. Zwar sei der Wasserstand im über einen natürlichen Graben gespeisten 10.0000 Quadratmeter großen See mangels Regen etwas niedrig, aber die Wasserqualität immer noch ausgezeichnet.
    Das Waldseebad mit Liegewiese, Sprungturm, Volleyballfeld und Stand-Up-Paddel ist noch bis Anfang September geöffnet. Autofahrer können direkt an der im Hasselfelder Ortsteil Rotacker gelegenen Anlage parken.
  • Elbingerode: „Durchwachsen“ fällt die Sommer-Bilanz bislang im Naturbad Elbingerode aus. „In den Wochen, in denen es warm war, hatten wir täglich immerhin 200 bis 300 Besucher“, berichtet Klaus Kommerau vom Turn- und Sportverein Elbingerode. Dessen Mitglieder kümmern sich seit 2015 um den Badesee, der vom Grundwasserreservoir des ehemaligen Bergbaustollens Bomshay gespeist wird.
    Dementsprechend sei die Wasserqualität seit dem Saisonstart Ende Juni hervorragend. Im Gegensatz zum Frühjahr 2018 gebe es diesmal auch keine Probleme mit Algen.
    Gäste erkennen an einer grünen Fahne am Mast, dass das im Schnitt 1,50 Meter tiefe Gewässer mit einer Aufsichtsperson besetzt und der Imbiss an der Christianenteich-Baude geöffnet ist. Der Badespaß soll bis Ende August weitergehen. „Bei schönem Wetter öffnen wir auch noch in der ersten Septemberwoche“, verspricht Kommerau.
  • Elend: Das höchstgelegene Freibad der Oberharz-Stadt habe von einer kurzen Hochphase Ende Juni profitiert, berichtet Ralf Gläsing. Der Chef des Waldbad-Vereins geht von einem Sommer mit durchschnittlichen Besucherzahlen aus. Ein Höhepunkt in der idyllisch gelegenen Anlage – und inzwischen fest im Elender Veranstaltuungskalender etabliert – sei wieder das Waldbadfest samt Wasserkisten-Rennen Mitte Juli gewesen. Zum Saisonabschluss lädt der Verein für Sonnabend, 7. September, ein. Dann heißt es wieder „Waldbad in Flammen“ mit Feuerwerk und Live-Musik.
  • Altenbrak: Diese Saison im Bergschwimmbad läuft fast so gut wie der Rekordsommer 2018. Bislang verzeichnete die idyllische Anlage mit Liegewiese rund 8000 Gäste, berichtet Kathrin Friedling von der Bodetal Tourismus GmbH. Der Spitzenwert wurde in der ersten Hitzeperiode am 30. Juni mit 853 Tagesgästen erreicht.
    „Sehr gut angenommen werden die Schwimmabzeichen Seepferdchen und der Renner ist dieses Jahr das Totenkopf-Abzeichen in Gold – das bedeutet zwei Stunden Ausdauerschwimmen ohne Berührung des Beckenrandes“, berichtet die Bereichsleiterin Tourismus weiter. Schwimmmeister Horst Harms sei sehr zufrieden.
    „Der Kioskbetrieb läuft super, Gäste sind zufrieden und auch das kostenfreie WLAN findet regen Zuspruch“, so Friedling weiter. Das Bergschwimmbad Altenbrak ist bis Sonntag, 1. September geöffnet, bei warmem Wetter eine Woche länger.