Harz

Sonderstempel im Naturerbewald

Vor zehn Jahren sind große Waldflächen rund um Blankenburg einer Stiftung übertragen worden. Zu diesem Jahrestag gab es nun sogar eine Sonderstempelstelle der Harzer Wandernadel an einem markanten Ort in Hüttenrode: an der „Imposanten“, einer großen abgestorbenen Eiche.

Von Jens Müller
Am neu erreichteten Sonderstempelkasten der Harzer Wanderadel in Hüttenrode zu  ?10 Jahre Naturerbewald"  drückte SUNK-Pressesprecherin Sandra Goltz-Dangler (vorn) den ersten Stempel in ihr Wanderheft. Ihr folgte SUNK-Chefin Nele Herkt.
Am neu erreichteten Sonderstempelkasten der Harzer Wanderadel in Hüttenrode zu ?10 Jahre Naturerbewald" drückte SUNK-Pressesprecherin Sandra Goltz-Dangler (vorn) den ersten Stempel in ihr Wanderheft. Ihr folgte SUNK-Chefin Nele Herkt. Foto: Jens Müller

Blankenburg - Seit zehn Jahren wird ein großes Waldgebiet zwischen Blankenburg, Hüttenrode und Cattenstedt von der Stiftung Umwelt-, Natur-und Klimaschutz (SUNK) Sachsen-Anhalt betreut. Ein Grund für SUNK-Chefin Dr. Nele Herkt, mit den Partnern vor Ort auf diesen Jahrestag zu blicken, zu dem die Harzer Wandernadel sogar eine Sonderstempelstelle eingerichtet hat. Der Standort wurde ganz bewusst gewählt, wie Nele Herkt bei der Einweihung am Donnerstag, 3. Juni, erläuterte. Der grüne Kasten steht bei einer abgestorbenen Eiche am Wanderweg in der Nähe des Hüttenröder Sportplatzes. „Die Imposante“, wie der Baum genannt wird und dem sogar eine eigene Schautafel gewidmet wurde, sei ein Sinnbild der Arbeit im Stiftungswald und dessen Sonderstatus. „In einem Wirtschaftswald hatte die Eiche weichen müssen, um die Verkehrssicherung am vorbeiführenden Waldweg zu gewährleisten“, erklärte sie. „Wir sind den anderen Weg gegangen, haben den Weg gesperrt und einen neuen angelegt, der um den Baum herumführt.“ Denn gerade solch stehendes Totholz biete zahlreichen Waldbewohnern einen Lebensraum. Er sei quasi ein „Chalet“. Eines, das die Tiere lieben.

Und da die Harzwanderer die Stempeljagd lieben, lag es auf der Hand, mit der Harzer Wandernadel eine Stempelstelle zum 10. Jahrestag des Naturerbewaldes aufzustellen.

Walderlebnis genießen

„Sie wird Wanderer hierher locken, um den Wald zu erleben und zu schätzen. Denn nur er etwas zu schätzen weiß, wird es auch erhalten“, so Nele Herkt, die sich herzlich bei Klaus Dumeier und Christina Grompe bedankte. Der Wandernadel-Chef und die Leiterin des Service-Büros gaben den Dank zurück und betonten, dass sich die Zusammenarbeit sehr gut gestaltet habe. Dazu gehöre auch, dass zahlreiche von der Wandernadel jährlich unter den Wanderkaisern verloste „Kaiser-Eichen“ in dem Wandergebiet am Hüttenröder Astberg in die Erde gebracht werden konnten.

Tourismus mit Einwohnern im Einklang

Hüttenrodes Bürgermeister Frank Wiekert plädierte dafür, diesen Weg eines sanften Tourismus weiterzugehen. „Attraktionen haben wir inzwischen zur Genüge“, sagte er. Das Wandern biete die Möglichkeit, die besonderen Schätze der Natur sowohl den Besuchern, als auch den Einwohnern näherzubringen und damit auch die Ferienunterkünfte und Gaststätten in der Region wieder zu füllen, damit auch das Leben in den kleinen Dörfern erhalten und lebenswert bleibe. Dies sei ihm viel lieber, als „die lauten Attraktionen“, die meist nur Tagesausflügler anlocken würden, bekannte er.

Natürlicher Prozess-Schutz

Alexander Haase, der für das sogenannte Flächenmanagement im Naturererbewald zuständig ist, erläuterte noch einmal die besondere Bedeutung dieser Flächen: „Es handelt sich um ein sehr markantes und wertvolles Gebiet, das nur durch die Bahngleise und die Bundesstraße 27 zerschnitten wird.“ Es sei ein großes Glück, dass hier der Wald sehr naturnah aufgebaut ist - mit Altbeständen, die dem Prozessschutz überlassen werden und in dem bereits natürliche Verjüngungsprozesse sichtbar werden. „Hier können die Bäume in Würde altern“, sagte er. Haase lud alle Waldbesucher zu einer besonderen Mitmachaktion ein: Noch bis Mai nächsten Jahres läuft ein in der vergangenen Woche extra zum Naturerbe-Jahrestag initiierter Fotowettbewerb. Dieser motiviere zum einen die Waldbesucher, einmal genauer hinzuschauen, welche Tier-, Pflanzen- Pilz- und Flechtenarten es im Naturerbewald gebe. Zum anderen helfen diese Bilder der SUNK bei der Bestandserhebung, erläuterte Alexander Haase. Dabei gibt es in den verschiedenen Kategorien auch Sachpreise zu gewinnen.

Teilnahmebedingungen unter www.sunk-l-lsa.de/10JahreNNEwww.sunk-l-lsa.de/10JahreNNE, Einsdeungen unter fotowettbewerb@sunk-lsa.de