Wernigerode l Der Tourismus in Wernigerode boomt weiter. 2017 erreichte die bunte Stadt am Harz erneut einen Rekord: Insgesamt wurden mehr als 1,24 Millionen Übernachtungen registriert. Rund 240.000 entfallen auf den Ortsteil Schierke, erläuterte Erdmute Clemens. Besonders groß falle das Plus bei Gästen aus dem Ausland aus, so die Chefin der Wernigerode Tourismus GmbH (WTG). Deren Übernachtungen stiegen um mehr als 13 Prozent.

Am beliebtesten ist die Stadt bei Dänen. Die Skandinavier überflügelten mit einem Anteil von 23 Prozent der ausländischen Gäste erstmals die Niederländer, die 22 Prozent ausmachten. Es folgen mit acht Prozent Großbritannien und die Schweiz mit sieben Prozent. Unter den deutschen Gästen kamen 2017 mit 19 Prozent weiter die meisten aus Berlin und Brandenburg. Mit 14 respektive 13 Prozent folgen Sachsen-Anhalt und Niedersachsen.

„Für uns ist der Tourismus kein weicher, sondern ein knallharter Wirtschaftsfaktor“, sagte Peter Gaffert zu den Zahlen, die am Mittwoch im Rathaus vorgestellt wurden. Die Stadt erreiche durch die Gäste eine Bruttowertschöpfung von 170 Millionen Euro, berichtete der parteilose Oberbürgermeister.  Umgerechnet 4500 Wernigeröder könnten vom Tourismus leben.

Servicekräfte in Wernigerode gesucht

In der Branche gebe es einen enormen Bedarf an Arbeitskräften. „Dafür müssen wir eine Offensive starten und weiter in Infrastruktur investieren“, sagte Gaffert. Diese Ausgaben in attraktive Freizeitangebote der vergangenen Jahre hätten sich rentiert, pflichtete ihm Erdmute Clemens bei. „Das zeigt sich darin, dass die Gäste im Schnitt etwas länger in Wernigerode bleiben“, so die WTG-Chefin.

So sei es verschmerzbar, dass die Zahl der Übernachtungsgäste in Hotels und Pensionen mit mehr als zehn Betten nur um 3,5 Prozent auf knapp 332.000 gestiegen ist. Insgesamt standen Touristen im vergangenen Jahr in Wernigerode 7917 Betten zur Verfügung. Mit 2828 davon gehört der Löwenaanteil den 34 Hotels der Stadt. Aber auch 408 Vermieter von Ferienwohnungen boten zusammen 2344 Betten an.

Für deren Buchung werde das Internet immer wichtiger, berichtete die WTG-Chefin. 60 Prozent der Zimmer würden inzwischen online reserviert. „Für uns ein erfreulicher Trend: Es reisen immer mehr Familien mit Kindern nach Wernigerode – somit sichern wir uns auch die Touristen von morgen“, berichtete Erdmute Clemens. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssten Wernigerodes Attraktionen ihre Online-Buchungssysteme verbessern. Zu den erfolgreichsten Ausflugszielen der Stadt zählten 2017:

  • Schloss Wernigerode: Mit 207.000 Gästen hat das Schloss sein bestes Jahr seit 2002 gefeiert. „Wir waren wieder das bestbesuchte Museum Sachsen-Anhalts“, sagte Geschäftsführer Christian Juranek. Allein die Duckomenta-Ausstellung hätten 110.000 Touristen gesehen. Damit sei Wernigerode von Mai bis November die erfolgreichste Etappe der seit 1986 laufenden Wanderausstellung gewesen. „Besonders schön für uns: Ein Drittel der Gäste kommen mindestens dreimal aufs Schloss“, so Juranek.
  • Schierke-Arena: „Mit über 32.000 zahlenden Besuchern im ersten Winter liegen wir über dem Plan“, so Arena-Chef Andreas Meling. Hinzu kämen Gäste bei kostenfreien Veranstaltungen wie der Deutschen Pondhockey-Meisterschaft oder den Eisrevuen bei den Wintersportwochen. Die Eissaison im Stadion endet mit der Abtauparty am Freitag. Gäste der Arena können auch in der warmen Jahreszeit weiter Schlittschuh laufen – auf einer Kunststoff-Fläche.
  • Harzmuseum: Die Besucherzahlen des Wernigeröder Heimatmuseums blieben mit 9500 Gästen konstant. Besonders erfolgreich sei die Sonderausstellung „Geschenkt! - Weihnachtsgeschenke aus alter und neuer Zeit“ im Advent gewesen, so Rathauspressesprecher Tobias Kascha.
  • Bürgerpark: Nach einer Preiserhöhung auf dem ehemaligen Gelände der Landesgartenschau am Dornbergsweg sank die Gästezahl 2017 leicht. Von April bis Oktober kamen 103.322 Touristen in den Bürger- und Miniaturenpark.