Blankenburg l Kaum war der Volksstimme-Beitrag "Umleitung der B81 nervt Blankenburger" zum Umleitungsverkehr auf der Bundesstraße 81 erschienen, postierte sich am Freitag (6. November) eine Polizei-Beamtin in der Rübeländer Straße. Mit dabei: ein Geschwindigkeits-Messgerät. Das Ergebnis ihres fünfstündigen Einsatzes liegt jetzt vor: Insgesamt haben dort 1348 Fahrzeuge die Messstelle passiert, wie Michael Fricke, Leiter des Revierkommissariats der Autobahnpolizei in Blankenburg, auf Volksstimme-Nachfrage mitteilte. Wider Erwarten ist aber nur ein einziger Verstoß registriert worden: Ein Autofahrer war dort mit 72 km/h unterwegs. Allerdings war vor dem Blitzer den ganzen Vormittag über im Radio gewarnt worden.

Für die Anwohner, die gefühlt deutlich mehr Tempoverstöße auf der B 27 vermutet hätten, bringt die Messung aber zumindest den Beleg für das hohe Verkehrsaufkommen, das ohne die aktuelle Umleitung ja durch Cattenstedt fließen würde. „Deshalb müssen wir dranbleiben, dass der Tunnel um die Umgehungsstraße gebaut wird“, so der Blankenburger Enrico Kick.

Vorschläge werden abgelehnt

Dem kann Dieter Baumbach von der Bürgerinitiative  (BI) Ortsumfahrung B 81 - Hüttenrode-Cattenstedt-Blankenburg nur beipflichten. „Zum wiederholten Male wird es deutlich, welche fatalen Folgen das Streichen der vorbereitenden Ortsumfahrung der B 81 in Blankenburg im Bundesverkehrswegeplan 2030 hat. Ein bekanntes Verkehrsaufkommen über 24 Stunden wurde negiert und die Anwohner nicht nur an der Rübeländer Straße müssen es ausbaden“, erklärte Baumbach und verweist auch auf die Belastung der Neuen Halberstädter Straße, der Westerhäuser Straße, des Kreisverkehrs am Lühnertorplatz und nicht zuletzt der Einwohner von Cattenstedt. „Auch noch acht Jahre nach der fachlichen Feststellung der gesundheitsschädigenden Folgen des Lärms, der Luftverschmutzung und der Erschütterungen durch das starke Verkehrsaufkommen gibt es keine Veränderungen im Interesse der Bürger“, schimpft Dieter Baumbach, der auch behördliche Entscheidungen nicht nachvollziehen kann: „Warum werden sachliche Vorschläge zur Einführung von 30-er Zonen - ob ganztägig oder von 22 bis 6 Uhr - von Anwohnern oder auch eine zeitlich begrenzte Tonnagebegrenzung ohne triftige, nachvollziehbare Gründe abgelehnt?“, fragt er. „Spielt die Gesundheit von vielen Blankenburger Bürgern immer noch keine Rolle?“

Auch die Ablehnung von baulichen Veränderungen an der B 81 in Cattenstedt - speziell an Fußgängerüberwegen - hat inzwischen die Einwohner dort mobilisiert. Mit einer Unterschriftenaktion wird aktuell im Ort das Einrichten einer zusätzlichen Tempo-30-Zone und einer Verkehrsinsel gefordert.