Wernigerode/Halberstadt l Der kürzliche Schuss vor den Bug – die gelbe Karte – hat augenscheinlich nicht ausgereicht: Deshalb hat ein Ladendieb, der binnen 14 Tagen zweimal in Wernigerode erwischt worden ist, jetzt eine mehrmonatige Haftstrafe kassiert. Der 29 Jahre alte Asylantragsteller aus Georgien muss sehr wahrscheinlich insgesamt zwölf Monate Haft verbüßen.

Der Mann sowie ein 45 Jahre alter Landsmann hatten ihre „Einkaufstour“ in der Kaufland-Filiale Wernigerode am Dienstag gegen 17.50 Uhr ohne die Rechnung des Hausdetektivs gemacht. Nach Informationen der Volksstimme beobachtete der Detektiv, wie das Duo Zigaretten sowie Schokolade und Deoroller unter die Kleidung steckte. Der Wachmann stellte das Duo nach dem Verlassen des Marktes und übergab es den alarmierten Polizeibeamten. Nach einer Nacht in Gewahrsam wurde den Männern am Mittwoch vor dem Amtsgericht Halberstadt der Prozess gemacht.

Richter widerruft Bewährung

Während der 45-Jährige auf Antrag der Staatsanwaltschaft mit dem für Ersttäter üblichen Strafmaß von vier Monaten Haft – für zwei Jahre ausgesetzt zur Bewährung – die gelbe Karte kassierte, zückte Richter Holger Selig beim 29-jährigen Wiederholungstäter die Rote. Was nicht überraschte: Der Georgier hatte erst nach dem Diebstahl Mitte Januar im Beisein von Selig im Gerichtssaal versprochen, in Deutschland nicht wieder straffällig zu werden und das Land zu verlassen.

Mit seinem Urteil von acht Monaten Haft blieb Selig minimal unter dem Strafantrag von Oberstaatsanwalt Hauke Roggenbuck, der neun Monate gefordert hatte. Zugleich fasste das Gericht auf Roggenbucks Antrag mit Blick auf die viermonatige Bewährungsstrafe von Mitte Januar einen Widerrufsbeschluss, sodass der 29-Jährige neben besagten acht Monaten nun vier weitere hinter Gittern verbüßen soll. Sowohl die beiden Urteile als auch der Bewährungswiderruf sind noch nicht rechtskräftig. Um eine Flucht auszuschließen, erging gegen den 29-Jährigen Haftbefehl.