Feuerwehr-Einsatz

Verdacht auf Brandstiftung nach Feuer am Großen Schloss Blankenburg

Flammen schlagen in Blankenburgs Schlosspark empor. Der Marstall brennt nach 2019 erneut. Dank der Feuerwehr kann ein Totalschaden abgewendet werden.

Von Holger Manigk
Alarm in der Nacht: Gegen 4 Uhr begann die Feuerwehr mit den Löscharbeiten an der leerstehenden Scheune am Großen Schloss Blankenburg.
Alarm in der Nacht: Gegen 4 Uhr begann die Feuerwehr mit den Löscharbeiten an der leerstehenden Scheune am Großen Schloss Blankenburg. Foto: Polizeirevier Harz

Blankenburg - Der Schock sitzt tief bei Blankenburgs Schlossrettern am Montagmorgen: Ein Feuer verwüstet den Marstall direkt unterhalb der barocken Anlage. „Wir sind erschüttert, nach bisherigen Erkenntnissen müssen wir von Brandstiftung ausgehen“, reagiert André Gast. Der ehrenamtliche Geschäftsführer der Großes Schloss Blankenburg gGmbH lobt im Namen des Vereins zur Rettung des Welfen-Kleinods eine Belohnung von 1000 Euro für Hinweise aus, die zur Ergreifung der Täter führen.

Die Sirenen hatten am Morgen um 3.58 Uhr bei der Feuerwehr geheult. Eine Zeitungszustellerin habe ein Feuer im Bereich Vogelherd bemerkt und Alarm geschlagen, berichtet Ortswehrleiter Alexander Beck. Da die Brandschützer dort nach Rücksprache mit dem Wachdienst kein Feuer fanden, suchten sie weiter den Schlosspark ab. Nach kurzer Zeit stießen sie auf den Marstall zwischen der Grünanlage und Schloss am Herzogsweg, aus dem Flammen schlugen.

Brand nach anderthalb Stunden gelöscht

Ein Angriffstrupp bekämpfte das Feuer zunächst von außen. „Die Wasserversorgung war relativ leicht, da sich am Schloss ein Hydrant befindet“, ergänzt Beck. Sobald diese stabil war, wurde ein Trupp zum Innenangriff vorgeschickt und die Drehleiter in Stellung gebracht.

Insgesamt sei die Feuerwehr mit rund 20 Kameraden und vier Fahrzeugen ausgerückt. Dazu waren die Polizei und ein Rettungswagen am Fuß des Großen Schlosses. Nach anderthalb Stunden konnte gegen 5.30 Uhr der Brand als gelöscht gemeldet werden.

Ersten Schätzungen zufolge liegt der Sachschaden an der leerstehenden Scheune bei rund 10.000 Euro. Wie Uwe Becker, Sprecher des Polizeireviers Harz, auf Volksstimme-Anfrage erläutert, könne Brandstiftung nicht ausgeschlossen werden.

„Der Marstall ist ein Teil des Schlossensembles – und somit unserer Planungen für die zukünftige Gestaltung“, sagt André Gast. Für die Schlossretter bedeute diese „rücksichts- und sinnlose Tat“ einen erneuten Rückschlag, da sie außerplanmäßig Geld für die Sicherung aufbringen müssen. Weitere finanzielle Unterstützung wäre willkommen.

Sicherung in dieser Woche

„Doch bis zum Wochenende wollen wir die Sicherungsarbeiten geschafft und das Gebäude wieder geschlossen haben“, so der Geschäftsführer der GmbH und Vizepräsident des Vereins zur Erhaltung des barocken Kleinods weiter. Er dankt zudem der Feuerwehr für ihr schnelles und beherztes Eingreifen. „Hätten sie eine halbe Stunde länger gebraucht, wäre der Marstall nicht zu retten gewesen.“

Als Reaktion lässt die Stadtverwaltung die City-Streife nun öfter den Schlosspark und die barocken Gärten kontrollieren. Bürgermeister Breithaupt (CDU) hat noch am Montag eine entsprechende Absprache mit der Firma Incognito getroffen. Der Wachdienst patrouilliert seit November 2020 vor allem in den Abend- und Nachtstunden durch Blankenburg, um Vandalismus-Schäden vorzubeugen.

Hintergrund: Der Marstall war bereits im Frühjahr 2019 bei einem Feuer beschädigt worden. Ein fünfstelliger Betrag war damals nötig, um die Schäden am historischen Stallgebäude nach der Brandstiftung zu beseitigen.

Hinweise zum Brand und möglichen Verdächtigen nimmt das Polizeirevier Harz in Halberstadt unter Telefon (0 39 41) 67 42 93 entgegen.

20 Feuerwehrleute aus Blankenburg waren am Montagmorgen im Einsatz, um den brennenden Marstallzu löschen.
20 Feuerwehrleute aus Blankenburg waren am Montagmorgen im Einsatz, um den brennenden Marstallzu löschen.
Foto: A. Beck/ FFW Blankenburg