Wernigerode/Stapelburg l Jeden Morgen, wenn Christiane Weich über die Harzautobahn fährt, ärgert sie sich. Auf der A 36 fehlen von der Auffahrt Stapelburg in Richtung Parkplatz Brockenblick auf mehreren Hundert Metern die Fahrbahnmarkierungen. „Ich finde den Zustand sehr gefährlich, gerade jetzt in der Dunkelheit“, schreibt die Ilsenburgerin an die Lokalredaktion Wernigerode.

Warum das so ist, weiß sie nicht: „Die Ausbesserungsarbeiten sind seit Monaten abgeschlossen, das Wetter war oft trocken und nicht zu kalt.“ Zweimal seien telefonische Nachfragen bei der Straßenmeisterei in Wernigerode „abgeblockt“ worden.

Andere Autofahrer, die auf der Strecke unterwegs sind, teilen ihre Auffassung, sagt die Volksstimme-Leserin. „Es geht hier um zig Autofahrer und deren Sicherheit, die in der Dunkelheit die Straße passieren und plötzlich ohne Mittelstreifen und Seitenstreifen ein Stück, wie in einem schwarzen Loch, fahren müssen.“ Ebenso fehlen die gewohnten weißen Linien auf einem Teilstück der A 36 von der Abfahrt Wernigerode-Zentrum in Richtung Blankenburg.

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Folgeauftrag

Die Markierungen sind mit der Sanierung der Fahrbahn verschwunden, die bei Stapelburg bis Ende September und nahe Wernigerode bis Anfang Oktober vergangenen Jahres erledigt wurden. Wie Andreas Tempelhof vom Verkehrsministerium berichtet, sei der Folgeauftrag für die Fahrbahnmarkierungen im September an die zuständige Firma gesandt worden.

Diese habe die Markierungen in einem Zug mit anderen, noch ausstehenden Restarbeiten erledigen wollen – um „Synergieeffekte“ zu nutzen und nur einmal anzureisen. Allerdings habe sich der Termin wegen anderweitiger Verpflichtungen der Firma immer weiter nach hinten verschoben – bis es Ende November zu spät dafür war. „Zu diesem Zeitpunkt wird keine Markierung mehr auf die Fahrbahn aufgetragen“, erläutert Andreas Tempelhof.

Niedrige Temperaturen und Nässe würden die Ausführung behindern und die Qualität des Ergebnisses schmälern. Daher würden die Markierungen erst dann aufgetragen, wenn keinesfalls mehr mit Frost, Schnee und Dauerregen zu rechnen sei – voraussichtlich im Frühjahr.

Schilder statt Farbe

Bis dahin weisen „ordnungsgemäß“ Schilder in beiden Richtungen auf die fehlenden Markierungen hin, betont Tempelhof. Das überzeugt Christiane Weich jedoch nicht. Ein „verschmutztes Schild“, das kurz vor der gefährlichen Stelle stehe, sei „nur wenig hilfreich“, so die Volksstimme-Leserin.