Lauftext

Blankenburg l Mit dem Einrichten eines verkehrsberuhigten Bereichs in der Blankenburger Innenstadt zwischen Markt-, Harz-, Tränke-, Katharinen-, Post- sowie der gesamten Langen Straße sollte das jahrelange Gezerre um Sperrzeiten in diesem Bereich beendet werden. „Die Akzeptanz für diese Entscheidung ist da. Der überwiegende Teil ist dafür“, ist Bürgermeister Heiko Breithaupt (CDU) überzeugt. Allerdings steckt der Teufel im Detail: Nicht jeder Autofahrer scheint mit den im Frühjahr 2016 aufgestellten Spielstraßen-Schildern sofort auf Schrittgeschwindigkeit zu schließen. Fußgänger in der Langen Straße leben ebenfalls nicht ungefährlich, obwohl sie seither eigentlich absoluten Vorrang vor dem Autoverkehr haben. Und auch das Parken ausschließlich in den dafür gekennzeichneten Flächen wird nicht von jedem Fahrer beachtet.

Laut der Statistik des Blankenburger Ordnungsamtes für das abgelaufene Jahr wird in der Stadt wild geparkt wie eh und je. Allein 220 Verstöße ahndeten die Politessen mit dem Parken außerhalb von gekennzeichneten Flächen. 354 Mal wurden Autos einfach auf Gehwegen abgestellt und 573 in verkehrsberuhigten Bereichen. 72 Autofahrer stellten sich dreist auf Behindertenparkplätze. Spitzenreiter sind wie in den Vorjahren das Parken im absoluten Halteverbot (1104 Fälle) und ohne Parkscheibe (2261). Insgesamt ahndeten die Mitarbeiter des Ordnungsamtes 6264 Verstöße im ruhenden Verkehr und damit 950 mehr als im Vorjahr.

831 Raser mehr als im Vorjahr

Noch deutlicher fallen die Zahlen bei der Überwachung des fließenden Verkehrs im Stadtgebiet aus. Die Besatzungen des städtischen Blitzerautos ermittelten im vergangenen Jahr 7866 Geschwindigkeitsverstöße. Das sind satte 831 mehr als im Jahr davor. Immerhin: „Die überwiegende Zahl bewegt sich im Bereich von unter zehn Kilometern pro Stunde“, erklärte Philipp Eysel, Fachbereichsleiter Recht, Ordnung und Soziales der Stadtverwaltung, im Volksstimme-Gespräch. In dieser Kategorie stehen 5173 Fälle. Es gibt aber auch fünf „Ausreißer“. Diese Fahrer waren mehr als 50 Kilometer pro Stunde schneller als erlaubt unterwegs, davon vier im Stadtgebiet von Blankenburg. Einen erwischte es in Derenburg.

Ein immer wieder angesprochenes Problem ist das Einhalten der Schrittgeschwindigkeit in der Blankenburger Innenstadt. Die Angabe, die oft mit sieben Kilometer pro Stunde verbunden wird, so der allgemeine Tenor, sei auf Kopfsteinpflaster wie in der Marktstraße unrealistisch. Dem Vernehmen nach seien die mobilen Blitzer so eingestellt, dass sie erst bei einer Geschwindigkeit jenseits von Tempo 15 überhaupt auslösen. Dass sich an der Verkehrsregelung grundsätzlich etwas ändern wird, sieht Heiko Breithaupt nicht. „Wir werden uns im Frühjahr die Situation noch einmal anschauen und ein wenig nachjustieren. Aber wenn, wird es nur einige kosmetische Änderungen geben“, kündigte er an.

Knapp 260.000 Euro Bußgeld

Finanziell tun die Parksünder und Raser der Stadt allerdings richtig gut. Insgesamt spülten die verhängten Bußgelder im vergangenen Jahr 258.800 Euro ins klamme Stadtsäckel.