Wernigerode l Rush-Hour in Hasserode: Am Nachmittag brausen die Autos die Friedrichstraße Richtung Schierke entlang. Doch vor der Kindertagesstätte „Villa Sonnenschein“ drücken die Fahrer auf das Bremspedal. Auf dem Display der Warntafel vor der Kita leuchtet immer wieder ein grüner Smiley auf, fast nie ein roter.

Das digitale Schild an der Friedrichstraße ist eines vonzwei sogenannten Dialog-Displays, die Wernigerode an Kindereinrichtungen einsetzt. „Seitdem wir die Messtafeln installiert haben, beobachten wir ein deutlich verändertes Verhalten der Autofahrer“, sagte Petra Fietz in der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses. Wie die Sozialamtsleiterin betont, habe das eine Auswertung der gemessenen Geschwindigkeitsdaten gezeigt.

Die Autofahrer fuhren im Schnitt 2,3 Kilometer pro Stunde langsamer an der Kindertagesstätte vorbei, seitdem die Stadt die Messtafel aufgestellt hat, informiert Tobias Kascha auf Volksstimme-Nachfrage. Der Rathaussprecher weiter: „In der Friedrichstraße lag die durchschnittliche Geschwindigkeit bei 44 Kilometern pro Stunde bei einem erlaubten Höchsttempo von 50 Kilometern pro Stunde.“

Tempolimit von 30 am Auerhahn

Ähnliche Erfolge hat das Dialog-Display vor der Kinderkrippe Am Auerhahn gebracht, so Kascha. In den vergangenen drei Jahren passierten Autofahrer die Tagesstätte am Holtemme-Ufer mit einem Durchschnittstempo von 28 Kilometern pro Stunde. Erlaubt sind an der Stelle in Hasserode 30 Kilometer pro Stunde.

„Das Gerät misst während der Anfahrt mehrfach und kann dadurch Geschwindigkeitsdifferenzen feststellen“, erläutert der Sprecher der Stadtverwaltung. Durchschnittlich reduzierte sich die gemessene Geschwindigkeit vor der Auerhahn-Krippe um 4,4 Kilometer pro Stunde, berichtet Tobias Kascha.

Älteres Gerät vor Lindenberg-Kinderkrippe

An der Kinderkrippe Lindenberg hängt ein älteres Messgerät, das nur die Geschwindigkeit – ohne lachende grüne oder wütende rote Smileys – anzeigt. Für diese Anzeigetafel liegen laut Stadtverwaltung keine aktuellen Zahlen vor, da sie die Daten weniger differenziert aufzeichnet.

Nun bemühen sich Stadt und Gemeindeelternrat um weitere Tempo-Tafeln. „Das Thema ist ein Dauerbrenner, auch vor Spielplätzen sind die Anzeigen denkbar – etwa in Silstedt“, sagt Annette Klaue, im Rathaus zuständig für Kindertagesstätten.