Blankenburg l Trotz Einsatz von vier Außendienstmitarbeitern, die das Einhalten der Verkehrsvorschriften in und um Blankenburg seit Jahren überwachen, ist die Zahl der ausgeprochenen Verwarnungen beim Falschparken ungebrochen hoch. Das geht aus der Statistik der Stadtverwaltung hervor, die Philipp Eysel, Fachbereichsleiter Ordnung und Soziales, der Volksstimme vorstellte. Demnach wurden Autofahrern im Jahr 2018 5766 der rotbraunen Verwarn-Kärtchen hinter die Windschutzscheiben geklemmt. Das waren 24 mehr als 2017.

Absoluter Spitzenreiter der Vergehen im ruhenden Verkehr bleibt das Parken ohne Parkscheibe mit 2597 Fällen (2017: 2260). Es folgen das Parken im Halteverbot (1143) und auf Gehwegen (337). Das Falschparken im verkehrsberuhigten Bereich (383 Vergehen) ist laut Statistik stark zurückgegangen. Im Vorjahr hatten die Mitarbeiter des Ordnungsamtes noch 623 Vergehen registrieren müssen.

Weniger Raser in Blankenburg unterwegs

Etwas geringer als im 2017 ist die Zahl der erfassten Raser ausgefallen. Laut Stadtverwaltung wurden 7405 Fahrzeuge geblitzt, die zu schnell unterwegs waren. 2017 waren es noch 7788. Am häufigsten blitzte es dabei in Blankenburg. Neben dem Blitzerauto der Stadt kam dabei erstmals auch die sogenannte Blitzertonne der Kreisverwaltung zum Einsatz. Obwohl dieses massige Teil kaum zu übersehen ist, machte es bei seinen drei Einsätzen massig Fotos. „Am Ortseingang aus Richtung Halberstadt kommend wuden in einer Woche rund 800 Verstöße registeriet“, so Eysel. In Cattenstedt in Richtung Blankenburg blitzte es in vier Tagen knapp 100 Mal und in der Hasselfelder Straße Richtung Innenstadt an drei Tagen sogar 110 Mal.

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Spitzenreiter war laut Eysel ein Autofahrer, der innerhalb Blankenburgs zwischen 51 und 60 Kilometer pro Stunde zu schnell unterwegs war. Solche Verstöße werden allerdings nicht von der Stadtverwaltung, sondern von der Zentralen Bußgeldstelle in Magdeburg bearbeitet. Dies gilt übrigens für alle Verstöße ab 21 km/h über der erlaubten Höchstgeschwindkeit. Laut Eysel werden rund 80 Prozent der Verwarngeldverfahren aber von seinen Mitarbeitern bearbeitet. Dies bescherte dem Stadtsäckel 2018 Einnahmen von rund 220.000 Euro. Dem gegenüber stehen die Ausgaben für die Blitzertechnik, für die 2018 mit rund 32.000 Euro knapp 10.000 Euro weniger ausgegeben wurde als noch 2017.

Dass das Ahnden von Geschwindigkeitsverstößen durchaus – wenn auch kleinen – Effekt erzielen kann, macht Philipp Eysel am Beispiel Wienrode deutlich. Dort blitzten seine Kollegen 2018 auf der Umleitungsstrecke und ahndeten 200 Verstöße. „Im Gegenzug waren es in Cattenstedt übers Jahr genau 200 weniger“, erklärte er. Unverändert gering waren die Verstöße in Timmenrode sowie in Börnecke. Auch in Derenburg wurden gegenüber 2017 (648) weniger Sünder geblitzt (506).

Dialogdisplays haben sich bewährt

Laut Philipp Eysel haben sich die beiden im Stadtgebiet installierten Dialogdisplays gut bewährt. Neben den Geschwindigkeits-Anzeigetafeln an der Lutherschule und vor dem Mehrgenerationenhaus wurde eine dritte inzwischen an der Bleichstraße in Derenburg aufgestellt. Zwei weitere sind geplant an der Kindertagesstätte in Hüttenrode sowie an der Grundschule im Regenstein. Letztere, so Eysel, werde aber wohl erst im Zuge des Turnhallenneubaus installiert.

Kopfschütteln bereiten den Ordnungsamtsmitarbeitern derweil Auswüchse vom Befahren von gesperrten Wegen. So verwarnten sie rund 200 Fahrer am Pfeifenkrug wegen Verstoßes gegen das Waldgesetz - allein zwischen August und Januar. „Dort ist das Befahren der freien Landschaft mit Kraftfahrzeugen verboten. Dazu gehören Flächen des Waldes und des Feldes“, so Eysel. Im konkreten Fall werde das Durchfahrtsverbotschild hinter der Brücke in Richtung Heers missachtet, um so nah wie möglich an das Waldgebiet heranzufahren - um dann spazieren zu gehen.