Schierke l Die Wälder rund um den Brocken haben am Donnerstagnachmittag einmal mehr gezeigt, dass man sie nicht unterschätzen sollte. Zwei 12 und 15 Jahre alte Jungen kamen beim Abstieg vom Weg ab und verloren schließlich bei einbrechender Dunkelheit die Orientierung. Dank technischer Ortungsmöglichkeiten und der länderübergreifenden Zusammenarbeit der Leitstellen gab es schließlich am Abend ein Happyend.

Die Kinder waren mit ihren Eltern auf dem Brocken und hatten sich beim Abstieg getrennt. Nachdem die Erwachsenen das gemeinsame Ziel – die Jugendherberge in Schierke – erreicht hatten und die Kinder auf sich warten ließen, wählte der Vater gegen 16.45 Uhr den Notruf. In der Harzer Leitstelle in Halberstadt setzten die Verantwortlichen sofort alle Hebel in Bewegung. Schichtleiter Sebastian Petrusch alarmierte acht Kameraden der Bergwacht und bat die Polizei um Unterstützung.

Mobilfunk-Ortung

Dreh- und Angelpunkt war die Ortung der Kinder mithilfe des Mobiltelefons. Da die GPS-Koordinaten gesperrt waren, rief Petrusch die Kinder an und bat sie um Rückruf über die Notrufnummer 112. Das Ansinnen: Die Leitstelle in Braunschweig verfügt bereits über spezielle Ortungstechnik. „Der Versuch klappte – die Jungen landeten tatsächlich in Braunschweig, die dortigen Kollegen konnten das Handy lokalisieren“, so Petrusch. Die Kinder hatten sich im Bereich des Gelben Brinks verlaufen. Dank GPS-Koordinaten konnte der alarmierte Polizeihubschrauber nun gezielt suchen und schließlich mittels Scheinwerfer die Bergwacht-Retter zu den beiden Kindern lotsen. Um 18.20 Uhr das Happyend: Die Kameraden der Bergwacht erreichten die beiden Jungen und brachten sie wohlbehalten nach Schierke.