Wernigerode/Blankenburg l Die Harzer Wandernadel geht in ihre 13. Saison: 222 Stempelstellen verteilt im ganzen Harz, Stempelheft und Karte – und der Ansporn, so viele Stempel wie möglich zu erwandern, um eines der begehrten Abzeichen zu ergattern und vielleicht sogar eines Tages Wanderkaiser zu werden. Das ist das Erfolgsrezept des Projektes, das einst beim Verein „Gesund älter werden im Harz“ in Blankenburg seinen Anfang nahm und sich inzwischen weit über die Grenzen des Harzes einen Namen gemacht hat.

Fast 6000 Wanderkaiser, also Teilnehmer, die alle 222 Stempel besitzen, sprechen für sich. Dazu kommen Tausende Könige, Harzer Steiger, Prinzen, Prinzessinnen und Träger der goldenen, silbernen und bronzenen Wandernadel. Ziel war es damals, die Menschen zum Wandern zu animieren und die Schönheiten des Harzes bekannter zu machen. Die Idee ist aufgegangen.

Wandererfolge

Zum Saisonstart auf dem Quedlinburger Marktplatz werden am Sonntag, 28. April, wieder Hunderte Gäste erwartet, die sich neben einem Sonderstempel auch auf eine neue Trophäe freuen können: eine Rubbelkarte für angehende Wanderkönige und Kaiser. Auf dem 100 mal 70 Zentimeter großen Poster sind alle Stempelstellen im Harz verzeichnet und mit Rubbellack versehen. Ist ein Stempel erwandert, kann er im heimischen Wohnzimmer von der Karte gerubbelt und so als Wandererfolg präsentiert werden.

Über die Jahre habe es immer wieder Anfragen von Wanderern gegeben, die sich eine ungefalzte Wandkarte wünschten, sagt Maximilian Schmidt vom Schmidt-Buch-Verlag. Das Wernigeröder Familienunternehmen ist langjähriger Partner der Harzer Wandernadel. „Wir haben die Idee aufgegriffen und wollten etwas Raffiniertes entwickeln.“ Es gebe bereits Weltkarten mit Rubbellack, wieso also nicht auch vom Harz? Auf der Karte im Maßstab 1: 100 000 seien nicht nur die Stempel- stellen eingezeichnet, sondern auch Parkplätze und Attraktionen in der Nähe – alles wichtige Informationen zur Planung einer Wandertour, so der Wernigeröder.

Limitierte Auflage

Die Karten können online bestellt werden. 1000 Stück wurden gedruckt. „Also eine limitierte Auflage“, so Klaus Dumeier, Chef des Vereins „Gesund älter werden im Harz“, schmunzelnd. „Wir sind sicher, dass die Karte gut ankommt.“

Dass das neue Souvenir auf Interesse stößt, davon ist auch Christina Grompe, Projektleiterin der Harzer Wandernadel, überzeugt. „Wir haben viele ganz spezielle Wanderer, die wollen alles haben. Tasse, Becher, T-Shirts. Die kaufen alles.“ Besonders begehrt seien in der Vergangenheit die Trinkflaschen gewesen. „Die waren nach einer Woche vergriffen“, erinnert sich Grompe.

Digitale Infos

Zum Saisonstart am Sonntag werden neben der druckfrischen Rubbelkarte übrigens noch zwei weitere Neuerungen präsentiert, kündigt Klaus Dumeier an. Erstens: Das neue Begleitheft für den „Harzer Baudensteig“. Hierbei können die Teilnehmer neun Baudenstempel im Südwestharz erwandern. Zweitens: eine Spurensuche der besonderen Art. Das Begleitheft „Burgen und Schlösser“ sei auf Grundlage der Burgen-App „Harz virtuell“ entstanden, informiert Dumeier. Wanderer haben die Chance, an 32 besonderen Baudenkmälern im Harzkreis Stempel zu sammeln und auf einer Reise in die Vergangenheit via App und QR-Code viel Interessantes zu erfahren.

Inzwischen bewährt haben sich die wandernden Stempelstellen. „Wir bekommen jedes Jahr hunderte Vorschläge für neue Standorte“, so der Vereinschef. Dabei zeige sie, wieviel der Harz noch an schönen und interessanten Orten zu bieten habe. Jahr für Jahr wähle der Verein sechs Kleinode aus, die für zwei Monate mit einem temporären Stempelkasten und einem Sonderstempel bestückt werden. Sehr zur Freude der Wanderer.