Wernigerode l Lange haben Lehrer und Schüler der Franckeschule darauf gewartet. Im April 2021 geht es endlich los. Die neue Grundschule wird gebaut. Der Umzug in ein modernes Gebäude rückt damit in greifbare Nähe.

Bis dahin ist die Terminkette allerdings eng gestrickt. „Wir liegen bisher im Zeitplan“, sagt Christian Zeigermann, Chef der Gebäude- und Wohnungsbaugesellschaft (GWW). „Aber es ist schon sehr sportlich. Alle müssen mitziehen.“ Elf Millionen Euro will das städtische Unternehmen in den Neubau investieren. Der Bauantrag dafür sei im Oktober eingereicht worden.

„Parallel dazu bereiten wir die Ausschreibung vor“, informiert Zeigermann im Volksstimme-Gespräch. „Wir wollen Generalunternehmen auffordern, uns ihre Angebote einzureichen.“ Für Ende Januar rechne er mit der Vergabeentscheidung durch den Aufsichtsrat. Bis dahin, so die Hoffnung des GWW-Chefs, sollte auch die Baugenehmigung vorliegen. „Dann hätten wir alles unter Dach und Fach.“

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Dreigeschosser mit allerlei Ausstattung

Und darauf können sich Schüler und Lehrer freuen: Gründach, Lernterrasse, eine Aula als Zentrum der Schule, dazu zehn Klassenräume und sechs Fachkabinette. Geplant ist ein dreigeschossiges Haupthaus mit einem flachen Anbau. Allein für den Hort stehen 3800 Quadratmeter zur Verfügung.

Die Fachkabinette werden in der ersten Etage untergebracht, die zehn Klassenräume mit mobilen Wänden in der zweiten Etage. Verglaste Laubengänge, die rund um die beiden Obergeschosse führen, sollen Schatten spenden und gleichzeitig als Fluchtweg dienen. Entstehen soll der Neubau dort, wo sich im Moment noch der Sportplatz der Schule befindet.

„Unser großes Ziel ist es, dass der Unterricht nach den Sommerferien am 25. August 2022 im neuen Gebäude beginnen kann“, sagt Christian Zeigermann. „Unter der Voraussetzung, dass wir die Baugenehmigung zeitnah bekommen.“ Ansonsten lasse sich ein Neubau zeitlich „relativ gut“ koordinieren. Es könne natürlich zu Verzögerungen durch Frost oder auch Corona kommen.

Altes Gebäude aus den 1970er Jahren

Dennoch: Die Tage im alten Schulgebäude sind gezählt. Glücklicherweise. 1978 wurde das Gebäude als Polytechnische Oberschule vom Typ „Erfurt“ erbaut. Fenster und Dämmung sind längst verschlissen. Der Speiseraum ist zu klein. Es mangelt an Barrierefreiheit und an Schallschutz. Und auch von außen bietet die Grundschule keinen schönen Anblick.

Deshalb gibt es schon lange Bemühungen, das Haus zu modernisieren. So bewarb sich die Stadtverwaltung mehrfach um Fördergeld für eine energetische Sanierung. Dann schwenkte man um, wollte die Schule allein mit städtischen Mitteln umbauen. Aber nichts passierte. Bis die Stadt mit der GWW eine Tochterfirma ins Boot holte.

Der Stadtrat gab Anfang des Jahres grünes Licht für Verkauf von Gebäude und Grundstück an das Wohnungsbauunterneh­men. Seither laufen die Planungen für den Neubau auf Hochtouren. Aber nicht nur davon profitiert die Stadt. Mit der GWW spart sie sich die Investition, mietet sich später lediglich in das Gebäude ein.

Nach Neubau folgt der Abriss

Mit dem Umzug ins neue Schulhaus seien die Bauarbeiten jedoch längst noch nicht zu Ende, wie Christian Zeigermann informiert. „Der Abriss der alten Schule ist für Oktober 2022 geplant.“ Danach werde der neue Schulsportplatz angelegt, der im April 2023 eingeweiht werden könnte.

Auch für die knapp 3000 Quadratmeter Freifläche an der Lutherstraße gibt es schon Pläne. Dort soll Wohnraum für Familien entstehen. Dafür wolle die GWW in 2024 und 2025 rund sechs Millionen Euro investieren.