Stiege l Mitten in die Vorbereitungen eines schon greifbar nahen Umzugs der denkmalgeschützten Kirche vom Albrechtshaus-Areal in den Ort Stiege haben Rechtsexperten eine Falle entdeckt. Danach würde nach dem seit Jahr und Tag eifrig angestrebten Wiederaufbau der Stabkirche das Bauwerk demjenigen gehören, dem auch der Grund und Boden gehört, auf dem sie dann steht. Eigentümerin des geplanten Standortareals ist die Stadt Oberharz am Brocken, die das Bauwerk aber gar nicht übernehmen kann und will. Schlimmer noch: Dem Stabkirchenverein droht so das Kleinod nach jahrelangen und bisher erfolgreichen Anstrengungen plötzlich aus den Händen gleiten.

„Gewonnen hätte niemand, verloren aber alle“, hieß es unter Mitgliedern des Stabkirchenvereins. Es könnte sogar soweit kommen, dass man mit der Kirche auf dem Lastwagen da stünde und nicht wüsste, wohin. Das sollte natürlich vermieden werden und löste eine heftige Debatte im Verein aus.

Im Ergebnis hat sich der Vorstandes neu formiert. Vereinschef ist und bleibt Helmut Hoppe, zugleich Ortsbürgermeister (Bürgerinitiative Heimat Stiege). Dem Vorstand gehören weiter Monika Uecker und Uwe Weissenborn sowie Regina Bierwisch an. Nicht mehr im Vorstand, aber im Verein aktiv sind Mathias Wenzel und Sibylle Ziesenhenne sowie Marco Brandt, der den Verein mit weiteren Mitglieder verließ, wie zu erfahren war.

Unterstützung für Platz am Bhanhof Stieg

Der neu Vorstand machte sich mit Rückendeckung der Mitglieder sogleich daran, die neue Hürde zu nehmen. Für die Stadt Oberharz am Brocken signalisierte Bürgermeister Frank Damsch (SPD) bereits die weitere Unterstützung bei der Bereitstellung von Grund und Boden für die Kirche unweit vom Bahnhof Stiege.

Bisher sollte das Areal per Pacht übernommen werden, nun soll Eigentum des Vereins werden, damit das Kirchlein auf gesunder Basis stehen und genutzt werden kann. Die nötigen Schritte dazu wurden eingeleitet. Der Ortschaftsrat Stiege votierte am Mittwoch in nichtöffentlicher Tagung klar für die Übertragung der Fläche durch den Verein, wie es hieß.

Hauptausschuss hat letztes Wort

Andere Ortschaftsräte sind von dem Thema nicht berührt, der Stadtrat muss nicht Stellung nehmen, wie weiter zu erfahren war. Das letzte Wort hat nun der Haupt- und Finanzausschuss, wie Bürgermeister Damsch auf Nachfrage sagte.

Er selbst sei für die Eigentumsregelung, kündigte Damsch an. „Die Kirche in den Ort zu holen, ist eine tolle Bereicherung für die ganze Stadt“, so seine Position. Ob sie sich durchsetzt, wird sich zeigen. Der Hauptausschuss tagt am 14. Juni zu dem Thema.