Kommentar: Wintersportler für Gerechtigkeit

Die Wintersportler haben das Treffen mit dem Präsidenten des Landessportbundes in Schierke genutzt, um mehr Gerechtigkeit zu fordern. Seit Jahren fühlen sie sich bei der Fördergeld-Verteilung an die Sportverbände im Land benachteiligt. Vorrang haben Sommersportarten mit Fußball an der Spitze. Die Wintersportler befürchten, dass das so bleibt, wenn am Donnerstag das Leistungssportförderkonzept bis 2021 verabschiedet wird. Die Befürchtung ist nicht von der Hand zu weisen. Sachsen-Anhalt ein Wintersportleistungszentrum? In Magdeburg nur Achselzucken. Dennoch ist die Forderung gerecht. Denn Spitzensportler wie die Rennrodel-Olympiasieger Tatjana Hüfner und Toni Eggert, der Eishockey-Nationalspieler Jens Baxmann und der Dritte bei der Biathlon-Juniorenweltmeisterschaft, Danilo Riethmüller, haben in Sachsen-Anhalt ihre Sportheimat. (ru)

Schierke l Ein dumpfer Knall schallt durch den Ort, wenig später wird der Präsident des Landessportbundes (LSB) in Schierke begrüßt. „Damit habe ich nichts zu tun“, sagt Andreas Silbersack.

Während einige 100 Meter vom Parkhaus der Schornstein vom alten Heizhaus am Hotel Brockenscheideck gesprengt wird, ist Silbersack mit Vertretern von Wintersportverbänden und Wernigerodes Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos) verabredet. Vor einer Gesprächsrunde informiert sich der LSB-Chef über die Ortsentwicklung in Schierke. Das Parkhaus Am Winterbergtor, die neue Straße und Fußgängerbrücke beeindrucken ihn. „Das sind wichtige Anker-Investitionen für die weitere touristische Entwicklung“, so Silbersack über die, wie er weiter sagte, „gelungenen zukunftsweisenden Ideen“.

Vom neuen Eisstadion begeistert

Auf der Baustelle der neuen Feuerstein-Arena angekommen, schwärmt der Präsident weiter: „Absolut grandios“, bezeichnet er die Verbindung von unter Denkmalschutz stehenden Sprecherturm und Zuschauertraversen mit der „hypermodernen Dachgestaltung“ für das multifunktionale Eisstadion. „So etwas bleibt beim Touristen haften.“ Zur geplanten Eröffnung am 15. Dezember wolle er gern zum Eislaufen kommen.“

Silbersack versucht einzulenken

Eine andere Zusicherung fordern Harzer Wintersportler samt Landesverbänden von Silbersack. Sie fühlen sich bei der Förderpolitik des LSB benachteiligt, „obwohl Spitzensportler wie Tatjana Hüfner und Toni Eggert für Sachsen-Anhalt starten und weltweit Erfolge haben“, sagt Jörg Augustin vom Kreissportbund. Der LSB-Präsident versucht zu beschwichtigen, bei 48 Fachverbänden im Land nicht alle Wünsche erfüllen zu können. Dem entgegnet Jens Eggert, Präsident des Rodel- und Bobsportverbandes: „Es geht nicht um Wünsche, sondern um Gerechtigkeit.“ Konkreter äußert sich Silbersack dann zum Seilbahn-Projekt.

100 Prozent für Seilbahn-Projekt

Diesem erteilt der LSB-Präsident ein deutliches Votum für die Entwicklung von Schierke. Tourismus und Sport gehen einher, sagt Silbersack. Die Bildungsstätte der Landessportjugend „Schierker Baude“, in die der Landessportbund in den vergangenen Jahren viel investiert habe, würde von den neuen Ganzjahresangeboten im Ort enorm profitieren. „Deshalb unterstützen wir zu 100 Prozent die ehrgeizigen Pläne.“ Er habe kein Verständnis für die Hängepartie im Genehmigungsverfahren „wegen einiger feuchter Fichten“. Vom Winterberg-Projekt samt Seilbahn wie von der Schierker Feuerstein-Arena „erhalten die Wintersportverbände eine Aufwertung“.