Wernigerode l In der am Halberstädter See gelegenen Geistmühle ist Kathrin R. Hotowetz zu Hause. Sie liebt es, mit ihrem Lebensgefährten am Kamin oder am Lagerfeuer zu sitzen und mit Gästen Geschichten zu erzählen.

Nur über einen Privatweg mit Brücke über die Holtemme gelangen die Besucher zu der denkmalgeschützten Geistmühle. In der fast 800 Jahre alten, liebevoll renovierten, idyllisch gelegenen ehemaligen Kloster-Wassermühle, umgeben von einem großen Blumengarten, entstehen die spannenden Geschichten der mystischen Harzkrimis.

Eigenes Erleben

In dieser Umgebung sammelte die Autorin ausreichend Material auch für das neue Buch. Der Band vier „Walpurgisnacht“ in der Reihe „Der Harz Krimi–Almanach“ liegt nun vor. Eigenes Erleben sowie Erzählungen von Freunden und Gästen boten ausreichend Stoff dafür.

So sind auf 90 Seiten spannende kleine Geschichten zu Kriminalfällen, zu Mythen und Sagen, zu vielfach schon vergessenen Harzer Brauchtümern zusammengetragen und zusammen mit Rezepten für Speisen und Liköre, passend zu Walpurgis, gesammelt worden.

„Es zeigt sich auch: Es gibt wohl kein Fest im Jahreskreis, das so ausgelassen im Harz gefeiert wird, wie die Walpurgisnacht“, sagte die Autorin bei der Vorstellung ihres neuesten Werkes. Zahleiche Legenden würden sich um dieses Datum ranken. Heidnische Riten, mittelalterliche Gräuel und neuzeitliche touristische Events würden um das Thema kreisen.

Waldmeistertee

Sie betonte aber auch: Dieses Buch ist all jenen gewidmet, die nie Feierabend haben, oft ehrenamtlich Wanderwege und Waldgaststätten in Ordnung halten, Loipen spuren, Konzepte entwickeln und umsetzen, auch Investitionen tätigen und alles dafür tun, dass Einheimische und Gäste den Harz in seiner ganzen Naturschönheit genießen können. Sie forderte dazu auf, Geschaffenes zu erhalten.

Kathrin R. Hotowetz und ihr Lebensgefährte Axel Steinbach dankten anlässlich der Buchvorstellung auch der Pabstorfer Künstlerin Katrin Packebusch für die Illustrationen. Eine besondere Würdigung erfuhren außerdem Ines und Hans-Jürgen Naumann sowie die Kräuterfrau Ilona Rauch, die auch für dieses Buch harztypische und jahreszeitliche Rezepte verraten haben.

Rezepte

Passend zum aktuellen Buch finden sich darin beispielsweise die Rezepte zum Bärlauch, so etwa die Bärlauchbutter, Bärlauchpesto sowie Bärlauchöl. Vorgestellt werden auch die giftigen Doppelgänger des Bärlauchs.

Aktuell, was die Jahreszeit anbelangt, sind ebenso die Vorschläge zum Ansetzen einer Maibowle, einer Kinderbowle sowie von Waldmeistertee.

Würdigung

Für die Autorin ist es nach eigenem Bekunden wichtig, dass Förderer und Gestalter des Tourismus, ganz gleich, ob sie ehrenamtlich oder berufsmäßig miteinander zusammen arbeiten, gewürdigt werden. Hotowetz suchte und fand auch für ihr neues Buch viele Partner.

Die Autorin würdigte das Miteinander mit den Vereinen Harzer Wandernadel sowie „Gesund älter werden im Harz“. Mit „Harzer Bergwald“ und der Wernigeröder Schlossbahn wurden Erlebnistouren der besonderen Art verabredet. Kathrin R. Hotowetz macht Werbung für das 24-Stunden Langzeitigwandererlebnis von Wernigerode über Schierke und dem Brocken. Sie sucht aber auch neue Bekanntschaften, indem sie ihre Geistmühle am Halberstädter See öffnet für Menschen, die den Harz und die Bewohner wertschätzen.

Dem jetzigen Band im Rahmen der Reihe „Der Harz Krimi-Almanach“ mit den Kamingeschichten aus der Geistmühle waren jene drei Bände vorausgegangen, die sich mit der Weihnachtszeit, dem Mittsommer und Halloween befassten. Auch darin finden sich viele spannende kleine Kriminalgeschichten aus dem Harz zu jahreszeitlichen Erlebnissen, alle auch mit passenden Rezepten, leckeren Speisen und Likören sowie Interessantem zu den regionalen Brauchtümern der entsprechend Jahreszeiten.