Wernigerode l Die Herausforderungen unserer Zeit sind groß und vielfältig. Ob Klimawandel, Energiewende, Endlichkeit der natürlichen Ressourcen, Umgang mit dem demographischen Wandel, Integration der Flüchtlinge, Stärkung des sozialen Zusammenhaltes oder die Finanz- und Wirtschaftskrisen – all das muss gestemmt werden und tangiert auch die Zukunft der Stadt Wernigerode.

Einig ist man sich im Rathaus und Stadtrat, dem Zufall soll die Entwicklung von Wernigerode nicht überlassen werden. Gemeinsam wurden ein Leitbild-Entwurf erarbeitet und Handlungsfelder ausgewählt. Bei einer Bürgerbefragung von Mai bis Juli durch die Hochschule Harz wurden diese Handlungsfelder mit Prioritäten versehen.

Nächster Schritt: Bürgerbeteiligung

„Im nächsten Schritt geht es nun darum, mit Blick auf das Jahr 2030 strategische Ziele, Projekte und Vorhaben für diese, den Bürgern wichtige Handlungsfelder zu entwickeln und in der Gesamtstrategie für eine nachhaltige Entwicklung von Wernigerode zu verankern“, sagt Katrin Anders. Sie ist für das Zukunftsprojekt verantwortlich und hofft, dass sich „viele Bürger aller Altersschichten, Vertreter von Institutionen und Unternehmen einbringen“ und der Einladung zur großen öffentlichen Zukunftskonferenz folgen. Diese findet am kommenden Dienstag, 15. November, von 17 bis 20 Uhr im Festsaal des Rathauses statt.

Noch in diesem Jahr soll die Beschlussfassung der Gesamtstrategie im Stadtrat vorbereitet werden. Sie dient als Grundlage für die kommunale Planung und Steuerung. Die Ziele werden im Haushalt berücksichtigt, und über deren Erreichung soll regelmäßig berichtet werden. „Das Engagement der Bürger ist also fester Bestandteil des Projekts“, so Katrin Anders.

Ergebnisse der Befragung werden vorgestellt

Dass die Ergebnisse der Bürgerbefragung interessant sind und mit Sicherheit Stoff für Diskussionen bieten, davon ist Katrin Anders überzeugt. Diese Ergebnisse werden nun am Dienstag von den verantwortlichen Professoren Birgit Apfelbaum und Jens Weiß vorgestellt.

Beauftragt für die Befragung wurde die Hochschule Harz. Per Fragebogen, der über das Amtsblatt die Haushalte erreichte, waren die Bürger aufgerufen, ihre Zufriedenheit mit dem Status Quo sowie die Relevanz des jeweiligen Handlungsfeldes für die Zukunft zu bewerten. Insgesamt beteiligten sich 940 Bürger, 882 an der Fragebogenaktion, davon 605 online. 27 Bürger wurden von Studenten an einem Aktionsstand persönlich befragt und 29 Interessenvertreter interviewt.

Wernigerode ist lebenswert

Die Auswertung verspricht viel Interessantes. Die drei Gruppen haben sehr unterschiedlich die Relevanz der Handlungsfelder beurteilt. „Durchweg jedoch wird die Lebensqualität in Wernigerode als sehr hoch eingestuft“, so das Fazit der Professoren. Und: „Wichtig ist den Bürgern die Beteiligung an der Entwicklung ihrer Stadt.“