Leukämie

15-jähriger Meitzendorfer ist unheilbar an Blutkrebs erkrankt und braucht Hilfe

Nach einem plötzlichen Zusammenbruch erhält Rene Splettstößer die Diagnose Blutkrebs. Für seine Familie ist die Welt seither auf den Kopf gestellt. Nur ein genetischer Zwilling kann ihm mit einer Stammzellenspende das Leben retten.

Von Juliane Just
Ein Foto aus guten Tagen: Bei Rene Splettstößer aus Meitzendorf wurde vor zwei Monaten Blutkrebs diagnostiziert. Nur ein genetischer Zwilling kann dem 15-Jährigen mit einer Stammzellenspende das Leben retten.
Ein Foto aus guten Tagen: Bei Rene Splettstößer aus Meitzendorf wurde vor zwei Monaten Blutkrebs diagnostiziert. Nur ein genetischer Zwilling kann dem 15-Jährigen mit einer Stammzellenspende das Leben retten. Fotoquelle: Alexandra Witzorke

Meitzendorf/Wolnmirstedt - Zwei Monate bleiben ihm. Zwei Monate, in denen ein Stammzellenspender gefunden werden muss. Zwei Monate, in denen die ganze Familie weiter um sein Leben bangt. Rene Splettstößer hat Leukämie. Sein Blut kann die lebenswichtigen Aufgaben im Körper nicht mehr übernehmen. Helfen kann ihm nur ein gesunder, genetischer Zwilling.

Es war der 14. Mai 2021, als sich das Leben der Familie auf einen Schlag änderte. Ein Ausflug in den Pfingstferien führte Rene Splettstößer mit seiner Mutter, deren Lebensgefährten und dessen Tochter in die niederländische Stadt Venlo. Plötzlich bricht der 15-Jährige zusammen. „Mir blieb erst einmal der Atem weg. Ich wusste nicht, was los war“, erinnert sich seine Mutter Alexandra Witzorke.

Sorge um den Sohn

Sie gaben dem Jugendlichen zu essen und zu trinken, er war bei Bewusstsein. „Nach einige Minuten war alles wieder gut, als wäre nie etwas gewesen“, sagt seine Mutter. Doch sie sorgte sich um ihren Sohn. Als er am nächsten Tag lethargisch in seinem Zimmer blieb, wurde sie unruhig und schickte ihn zum Arzt. Dort wurde ein erster Verdacht geäußert: Diabetes Typ I. Der Arzt nahm Blut ab und schickte es ins Labor. Nun hieß es zwei Tage warten.

Doch Alexandra Witzorke fühlte, dass etwas nicht in Ordnung war. Einen Tag später rief sie beim Arzt an und fragte, ob die Blutergebnisse schon da seien. Die Schwester sagte ihr, sie solle sofort mit ihrem Sohn in die Praxis kommen. „Nun wusste ich, dass etwas nicht in Ordnung ist“, sagt sie. Die Diagnose: Blutkrebs. „Für mich brach eine Welt zusammen.“

Leben im Krankenhaus zerrt an den Nerven Sofort wurde Rene ins Krankenhaus gebracht, zuerst ins Olvenstedter Krankenhaus in Magdeburg, dann ins Uniklinikum. Zwei Chemotherapien hat er überstanden. „Er übersteht das mit einer unfassbaren Kraft und nimmt alles hin“, sagt seine Mutter. Im Gespräch mit der Volksstimme sagt Rene Splettstößer am Telefon, es gehe ihm im Moment „ganz gut“. Man hört an seiner Stimme, dass dem nicht so ist.

„Ich ertrage es hier im Krankenhaus so gut es geht“, sagt der 15-Jährige. Nur wenige Tage war er in den vergangenen beiden Monaten zuhause, die Langeweile zerrt an seinen Nerven. Seine Mutter ist fast täglich bei ihm, gefolgt von seiner großen Schwester Manuela und Schulfreunden, wenn er „einen guten Tag hat“.

Pläne fürs nächste Jahr

Für Rene ist klar, dass es für ihn eine Zukunft gibt. Das nächste Jahr ist schon durchgeplant. „Ich möchte mit meiner Familie im kommenden Jahr nach Dänemark fahren“, sagt der 15-Jährige. Zum letzten Mal sei er 2017 dort gewesen, es sei ein so schöner Urlaub gewesen.

In zwei Monaten muss ein Spender gefunden sein Für seine Mutter sind diese Worte nur schwer zu ertragen. Sie weiß, dass ihr Kind sterben wird, wenn kein Spender gefunden wird. Noch zwei Chemotherapien stehen bis Anfang Oktober auf dem Plan, danach muss eine Transplantation von Stammzellen stattfinden. Ansonsten können die Ärzte nichts mehr für Rene tun.

Hilfe ist wichtig

Gerade deshalb ist die Hilfe von außen so wichtig, die die Familie erfahren hat. Nils Töpfer und Petra Müller, beide Lehrer an Renes Gemeinschaftschule in Barleben, haben zusammen mit der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) eine Online-Aktion gestartet. Dabei können sich Menschen ein Registrierungskit zusenden lassen. Je mehr Menschen sich registrieren lassen, desto größer sind die Überlebenschancen für Rene. Die Schüler haben dafür ein Video gedreht, um sich für ihren Mitschüler stark zu machen.

Und auch eine weitere Aktion hat Alexandra Witzorke zu Tränen gerührt. Als sie ihren Firmenwagen nicht mehr für die Fahrten von Meitzendorf ins Uniklinikum Magdeburg nutzen konnte, ließ die Mitteldeutsche Kinderkrebsforschung ihre Kontakte spielen. Über ein Magdeburger Autohaus hat die Mutter ein Fahrzeug zur Verfügung gestellt bekommen, um bei ihrem Kind zu sein.

Der Wolmirstedter Verein „Blaue Nasen hilft“ hat ebenfalls eine Soforthilfe zukommen lassen und will nun in Haldensleben sowie Niegripp und Burg (Jerichower Land) Typisierungsaktionen starten, um eine größere Reichweite zu erlangen.