Wolmirstedt l Ob durchgesessene Sofas, Bügeleisen, Schränke, Regentonnen, Bauschutt oder der alte Regenschirm – all diese ausgedienten Dinge landen auf dem Gelände der Elbeuer Abfallentsorgung. Doch so bunt diese Mischung auch ist, ein Fünftel der abgegebenen Menge ist Baum- und Strauchschnitt. Und für diesen Baum- und Strauchschnitt wurde nun eine eigene Fläche angelegt.

Dieser Entladeplatz ist 5600 Quadratmeter groß, komplett asphaltiert, hat Betonwände und LED-Strahler. Zur Übergabe wirkte der Platz wie eine Go-Cart-Bahn. Inzwischen sind die ersten Sträucher dort abgeladen. „Der Kunde kann direkt auf den neuen Entladenplatz fahren und den Baum- und Strauchschnitt an Ort und Stelle entsorgen“, nennt Reinhard Schulz die Vorzüge. Das soll den Kleinanlieferern Zeit sparen.

Baumschnitt wird vor Ort geschreddert

Viele Abfälle werden von den Bürgern selbst zur Annahmestelle gefahren. Besonders am Sonnabendvormittag reisen ganze Auto-Konvois mit beladenen Hängern zur Annahmestelle südlich des Mittellandkanals. Ein kleiner Stau vor der Strauchschnittbox ließ sich nicht immer vermeiden. Bürger mussten warten, bis der Vorgänger entladen hatte. Und das braucht mitunter Zeit.

Auch für die Mitarbeiter der Abfallentsorgung war der Umgang mit Baum- und Strauchschnitt unhandlich und somit teuer, denn die Boxen mussten regelmäßig entleert, der Baum- und Strauchschnitt stets zum Schreddern an einen anderen Ort innerhalb der Anlage gebracht werden.

Dieses Hin- und Her ist nun vorbei. Die Äste und Zweige werden auf der neuen Entladefläche geschreddert und zwischengelagert. Anschließend werden sie zumeist ins Bioverbrennungswerk Magdeburg-Rothensee gebracht. Täglich verlässt ein Lkw-Zug Elbeu mit geschredderten Ästen Richtung Rothensee.

Doch warum wird Baum und Strauchschnitt nicht einfach auf dem Boden gelagert, warum musste die gesamte Fläche für das abgeschnittene Grün versiegelt werden? „Weil geschredderter Baum- und Strauchschnitt als behandeltes Material gilt, dessen Stoffe nicht ins Grundwasser gelangen sollen“, erklärt Reinhard Schulz den Kern der Vorschrift.

Holz verbrannt, Rasen und Laub kompostiert

Dennoch wurde für eventuellen Starkregen vorgesorgt und ein Regenauffangbecken errichtet. Das Gefälle der Fläche ist so gestaltet, dass das Wasser hineinfließt. Der Bau der gesamten neuen Anlage hat zwölf Wochen gedauert.

Im Gegensatz zu Baum- und Strauchschnitt werden die anderen Grünabfälle des Gartens, wie Rasen, Laub oder Blümchen, kompostiert. „Auch geschreddertes Holz gehört in den Kompost“, weiß Reinhard Schulz, „es dient als Strukturmaterial, bildet Hohlräume, die Luft lassen, aber es sollte nicht zu viel sein.“ Deshalb werden die geschredderten Bäume und Sträucher verbrannt.

Die Elbeuer Annahmestelle erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Kamen im Jahr 2015 noch 68.814 Kunden, waren es 2019 schon 96.942 Kunden. Seit der Landkreis das Verbrennen von Grünschnitt in den Gärten verboten hat, wird noch mehr Grünschnitt in Elbeu abgegeben. Von insgesamt 10.035 Tonnen abgegebener Stoffe insgesamt waren 2019 1800 Tonnen Baum und Strauchschnitt.

Der kann übrigens kostenlos abgegeben werden, während alles Gebühren kostet, was unter die Kategorie „Rasen, Laub, Blümchen“ fällt, also kompostiert wird.

Die Abfallentsorgung in Elbeu gehört zum Kommunalservice des Landkreises Börde und ist eine Anstalt öffentlichen Rechts. Deshalb waren zur Übergabe der neuen Lagerfläche auch Landrat Martin Stichnoth (CDU) sowie mehrere Kreistagsmitglieder zugegen.