Wolmirstedt l Das letzte Mal Anträge ausfüllen. Das letzte Mal die Telefonleitungen heiß laufen lassen, um die letzten Absprachen zu tätigen. Das letzte Mal die Laufschuhe anziehen und immer am Kanal entlang die Strecke abkreiden. Für Petra Schultz, die den 60 Kilometer langen Lauf vor zehn Jahren ins Leben rief, stehen bis zum Lauftag am Sonnabend, 24. August, noch einige letzte Male an – einige davon sind schön, andere eher traurig.

In all den Jahren sind mehr als 1000 Läufer an den Start gegangen, um von der Wolmirstedter Schlossdomäne aus in Richtung der Schleuse Hohenwarthe und zurück zu laufen. Immer hat die Initiatorin und der ihr im Rücken stehende Verein „Magdeburger Laufkultur 08“ eine gute Organisation bescheinigt bekommen. „Es war mir immer wichtig, dass die Läufer sich wohlfühlen“, sagt Petra Schultz. Der Erfolg gab ihr recht – und trotzdem findet in einer Woche der letzte Kanal-Ultra-Lauf statt.

Organisation ist zu aufwendig

Der Grund: Die Organisation der Laufveranstaltung ist zu aufwendig. Die gesamte Strecke muss im Vorfeld abgekreidet werden, damit sich niemand verläuft, es müssen ausreichend Streckenposten organisiert werden, damit die Läufer alle fünf Kilometer einen Versorgungsstand mit Wasser, Äpfeln und Salzgebäck vorfinden, es braucht Begleiter auf Fahrrädern, damit jemand bemerkt, wenn etwas schief geht und Hilfe holen kann... und viel mehr.

Bilder

Den Läufern sollte es an nichts fehlen. Doch das forderte über die Jahre auch seinen Tribut. „Wir müssen alles aus Magdeburg nach Wolmirstedt bringen. Das ist ein großer Aufwand für diese recht kleine Veranstaltung“, sagt Petra Schultz. Deswegen entschied sie sich im vergangenen Jahr, dass mit der zehnten Auflage 2019 Schluss ist.

40 Helfer im Team

2018 gibt es wieder zwei Strecken: 30 Kilometer und 60 Kilometer. Letztere starten 7 Uhr, erstere 9 Uhr. Die Anmeldung ist noch bis 6 Uhr am Veranstaltungstag möglich. Die Startnummernausgabe findet im Bürgerhaus auf der Schlossdomäne statt. Bisher haben sich 80 Läufer angemeldet. Neben Teilnehmern aus der Umgebung sind auch Läufer aus Braunschweig, Gifhorn, Berlin, Hamburg und Wuppertal dabei.

„Wir haben 20 Helfer an den Verpflegungspunkte sowie 20 Radfahrer auf der Strecke“, sagt Petra Schultz. Das Team kümmert sich um das Rundum-Sorglos-Paket für die Läufer. Gerannt wird um die Pokale der Bürgermeisterin auf beiden Strecken.

Winterlauf für Wolmirstedter

Einen Tag vor dem Start läuft Petra Schultz die Strecke ab, um jede noch so kleine Stolperfalle aus dem Weg zu räumen. „Es ist das letzte Mal, doch ich genieße das“, sagt sie. Am Lauftag selbst begrüßt sie die tapferen Sportler im Ziel.

Doch Läufer müssen nicht traurig sein. Wer Petra Schultz nicht zwischen Wald und Wiesen trifft, der kann sich den 26. Dezember im Kalender markieren. Dann findet der zweite Gänsebratenvernichtungslauf an, den die Wolmirstedterin 2018 ins Leben gerufen hat. Auf fünf Kilometern wird dem Gänsebraten dann der Kampf angesagt.