Naturschutz

Ackendorfer sind sauer: Blühwiese wird abgemähtt

Von Constanze Arendt-Nowak
Maik Lange (links) und sein Nachbar Thomas Krause sind entsetzt über den Verlust der Blühwiese vor der eigenen Haustür.
Maik Lange (links) und sein Nachbar Thomas Krause sind entsetzt über den Verlust der Blühwiese vor der eigenen Haustür. Foto: Constanze Arendt-Nowak

Ackendorf - Maik Lange und sein Nachbar Thomas Krause sind außer sich. Bisher blühte es vor ihren Höfen an der Ackendorfer Dorfstraße, doch als sie am Donnerstag nach Hause kamen, war von der Blühwiese nichts mehr zu sehen. Bartnelken, Ringelblumen, Margariten und Kornblumen, die die Familie von Maik Lange im vergangenen Jahr an der Stirnseite der Scheune in die Erde gebracht hat, waren abgemäht worden.

Auf der Suche nach Erklärungen fanden sie heraus, dass der Bauhof der Gemeinde die Mähaktion ausgeführt hat. Unfassbar für Maik Lange: „Im vergangenen Jahr war die Blühwiese hier in Ordnung, in diesem Jahr nicht mehr, wahrscheinlich weil sie jetzt etwas höher war.“ Langes hatten sich im Vorjahr dazu entschlossen, auf der Fläche auf ihrer Seite der Scheune eine Blühmischung zu säen, damit es gepflegter aussieht. Wie Maik Lange berichtet, habe er in der Vergangenheit schon Aufforderungen seitens des Ordnungsamtes erhalten, weil die Fläche und die Gosse nicht sauber waren. Auch am Tag der Mähaktion haben sich die Pflanzen über die Straße geneigt. „Aber das ist doch nach Regenschauern normal“, so Maik Lange.

Fläche ist eigentlich Gemeindegrundstück

Was er bis zum Donnerstag nicht wusste ist, dass er die Fläche eigentlich nicht hätte bepflanzen dürfen, zumindest nicht ohne Absprache. Denn es handelt sich bei dem Randstreifen um eine Gemeindefläche, wie Bauhofleiter Christian Zielasko erklärt. Letztlich war die Aktion, der die Blühwiese zum Opfer fiel, aber nach seiner Aussage ein großes Missgeschick. „Wir können es nicht rückgängig machen“, bedauert er und betont auch, dass der Gemeinde sehr viel daran gelegen ist, eine „grüne Gemeinde“ zu sein und Blühwiesen zu haben. Gerade vor wenigen Tagen hat es diesbezüglich einen deutsch-tschechischen Erfahrungsaustausch gegeben, die Kooperation soll zukünftig unter anderem auch mit Workshops zur Weiterbildung fortgesetzt werden.

Das Missgeschick in Ackendorf aber hätte wohl nur verhindert werden können, wenn - so wie es andernorts in der Gemeinde schon geschehen ist - die Anlieger und die Gemeinde einen entsprechenden Pflegevertrag abgeschlossen hätten oder die Blühwiese zumindest mit einem passenden Schild sichtbar gekennzeichnet gewesen wäre. Eine dort aufgestellte symbolische Bienenfigur ist, wie Maik Lange sagt, im vergangenen Jahr abhanden gekommen.

Auf derartige Pflegeverträge setzt auch Ackendorfs Ortsbürgermeister Mathias Stempor. Sie geben Rechtssicherheit bei Pflegearbeiten. Davon, dass ein Teil der jetzt abgemähten Fläche von Anwohnern gepflegt wurde, habe er zu diesem Zeitpunkt keine Kenntnis gehabt. Insofern bedauert er, dass es abgemäht worden ist. „Ich begrüße es aber grundsätzlich sehr, wenn Anwohner Patenschaften für die Gemeindeflächen vor ihren Grundstücken übernehmen“, fügt Mathias Stempor hinzu.

Ob sich Familie Lange darauf noch einmal einlässt, ist derzeit fraglich. „Man muss hier nicht mehr schön machen“, erklären sie angesichts des Dilemmas vor ihrer Haustür.