Barleben l Als am vergangenen Sonnabend die Trainer den Sportplatz ihres Vereins FSV betreten, trauen sie ihren Augen nicht. „Eigentlich sollte ein Testspiel vorbereitet werden, das für 11 Uhr angesetzt war“, berichtet Andres Ibe, Stellvertretender Vereinsvorsitzender. Zu den Vorbereitungen gehöre auch das Aufstellen von Bänken für die Gäste der gegnerischen Mannschaft. „Doch die Sitzgelegenheiten waren nicht mehr da, so dass sich die Trainer erst auf die Suche machen mussten.“

Fündig wurden sie dann am beziehungsweise im Adamsee. An einer Badestelle standen mehre Bänke am Ufer. Offenbar haben es sich hier Wasserratten und Sonnenanbeter gemütlich gemacht. Andere Bänke wurden sogar im Wasser gefunden, fast alle beschädigt. „Das war nicht das erste Mal“, weiß Andreas Ibe weiter zu berichten. Immer wieder würden Sitzmöbel vom Vereinsgelände entwendet und später völlig demoliert oder eben am Ufer des Adamsees aufgefunden. „Das sind nicht nur Jugendliche, die das machen, sondern auch Erwachsene“, ist sich der Vereinsvize sicher.

Doch der Vandalismus geht noch weiter. So berichtet der Sportler von Schmutz und Dreck in den Sanitärtrakts. „Immer wieder wird sich Zugang zu unseren Toiletten verschafft, die möchte danach niemand benutzen.“ Auch Teile des Kunstrasenplatzes seien mehrmals mutwillig zerstört worden. „Einmal wurde das Grillgut auf das Kunstrasenfeld ausgeschüttet. Die haben sich sogar dabei gefilmt“, macht sich Andreas Ibe seinem Ärger Luft. Ferner seien beispielsweise Pavillons und Tore zerstört sowie Tornetze zerschnitten worden. „Ein Fangnetz kostet immerhin 1 200 Euro“, sagt Ibe. Dem Verein entstehe so ein jährlicher Schaden von bis zu 10 000 Euro.

Alle Verfahren wurden eingestellt

„Es ist schon so viel passiert. Mittlerweile habe ich die Kraft verloren, alles zu melden“, resigniert der Vize. Mehrere Anzeigen habe er die vergangenen Jahre gestellt, doch alle Verfahren wurden eingestellt. „Die Namen der Vandalen sind bekannt, es sind immer dieselben. Auch am ehemaligen Rathaus ist die Gruppe durch Schmierereien aufgefallen“, berichtet Andreas Ibe weiter. Einen der Übeltäter habe er selbst dabei ertappt, wie er ein Tornetz zerschnitten habe. „Dann kam die Mutter zur Staatsanwaltschaft und meinte, das wäre doch nur ein kleines Loch gewesen. Trotzdem war das gesamte Netz kaputt“. Tatsächlich sei das Verfahren am Ende wegen Geringfügigkeit eingestellt worden.

In der vergangenen Wochen hat es auch den Bolzplatz direkt nebenan erwischt – ebenfalls nicht das erste Mal. „Vandalismus wurde auf dem Fußballplatz immer wieder festgestellt. Der wurde uns zumeist durch den FSV mitgeteilt“, bestätigt die Bereichsleiterin im Ordnungsamt, Birgit Weck.

Doch der Fall vor etwa zwei Wochen war dennoch etwas außergewöhnlich. „Wir haben eine anonyme E-Mail über eine Gefahrenquelle erhalten“, sagt die Verwaltungsmitarbeiterin. In dem Schreiben hieß es: „Wir haben auf dem Hartsteinplatz am Anger einen Einkaufswagen entdeckt, der auf dem Tor befestigt wurde und eine Gefahrenquelle darstellt.“ Weiter wird um die Beseitigung des Gerätes gebeten, „wir kriegen den Einkaufswagen nicht von alleine befreit.“ Tatsächlich wurde der Wagen derart verkeilt, dass er ohne weiteres nicht zu entfernen war.

Daraufhin habe die Bereichsleiterin den Wirtschaftshof der Gemeinde damit beauftragt, die Gefahrenquelle zu beseitigen. „Das ist auch erledigt worden“, erklärt sie.